Suche:


Zoom = Maus über Bild bewegen | Bild hier öffnen

Kurzbericht zu den einzelnen Programmpunkten

  1. Begrüßung
  2. Vortrag der Prognos AG
  3. Gruppeninterview mit den Leiterinnen und -leitern der Projekte der Umsetzungsbegleitung 
  4. Diskussionsrunden an verschiedenen Thementischen (World Café)
  5. Projektmesse
  6. Nutzermesse
  7. Abschlussrunde & Verabschiedung
vorheriger Artikel  |  nächster Artikel

Umsetzungsworkshop 2015 - Kurzbericht

Thementisch 3: Kompetenzen aufseiten der Nutzer von
Forschungsergebnissen 

(Gastgeber: Tobias Vogelmann, mhplus Betriebskrankenkasse)

 

Diskussionsfragen:

 

Ein wesentliches Instrument der Nutzung von Forschungsergebnissen ist bei den Trägern der Rentenversicherung die eigene Forschungsförderung und die Organisation von Forschungskolloquien. Auf diesem Wege würden mit den Vertreterinnen und Vertretern der Forschung Kontakte geknüpft und Forschungsergebnisse sowie deren Übertragung in die Praxis diskutiert. Für die Reha-Forschung hat sich eine eigene Koordinierungsrunde der verschiedenen regionalen Träger gegründet. Bei den Krankenkassen sind es vor allem die Landes- und Bundesverbände sowie eigene wissenschaftliche Institute, die die einzelnen Mitgliedskassen in der Nutzung von Forschungsergebnissen unterstützen. Auf regionaler Ebene sind in einigen Regionen auch Koordinierungs- und Kooperationsstrukturen vorhanden, die Forschungseinrichtungen mit den Kostenträgern und Leistungserbringern in Kontakt bringen.

Forschungsergebnisse aus der Literatur werden im Allgemeinen von den Nutzern nicht systematisch aufgenommen – zumindest auf der Ebene einzelner Krankenkassen. Hier ist es zum Teil dem Zufall, persönlichen Kontakten oder der Medienberichterstattung überlassen, auf welche Ergebnisse die Nutzer aufmerksam werden. In den Verbänden werden aber z.T. eigene Literaturdatenbanken gepflegt. Insbesondere bei der Deutschen Rentenversicherung werden die Ergebnisse der selbst geförderten Forschungsprojekte in einer Datenbank zu Recherchezwecken abgelegt. Die Krankenkassen nutzen darüber hinaus bei spezifischen Fragen spezielle Datenbanken zu Ergebnissen der evidenzbasierten Medizin wie der Cochrane Collaboration, des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS).

Es wird bei der Gestaltung von neuen Versorgungsverträgen zwischen operativen und strategischen Aufgaben unterschieden, die personell getrennt sind. Neue Forschungserkenntnisse werden eher in den strategischen Abteilungen aufgenommen und für das operative Geschäft aufbereitet. Hier wird auch auf Vorarbeiten der Verbände und wissenschaftlichen Instituten der Krankenkassen zurückgegriffen, die die Mitgliedskassen unterstützen. Die tatsächliche Umsetzung und Verhandlung findet im operativen Vertragsmanagement statt, das die einzelnen Krankenkassen selbst führen. Hier findet auf regionaler Ebene zum Teil eine Abstimmung und Koordinierung zwischen verschiedenen Kostenträgern statt.

Interessant ist, dass auch aus Sicht der Kranken- und Rentenversicherung eine gewisse „Trägheit im System“ beobachtet wird, die dafür sorgt, dass es selbst bei bekannten und akzeptierten neuen Erkenntnissen eines teils sehr langen Prozesses bedarf, bis eine Übertragung in die Praxis gelingt. Zukünftig wird der Innovationsfonds aus Sicht der Krankenkassen dazu beitragen können, Wissenschaft und Praxis stärker miteinander zu verzahnen.




< Thementisch 2: Kompetenzen aufseiten der Wissenschaft  |  Thementisch 4: Aufwand und Finanzierung >