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Kurzbericht zu den einzelnen Programmpunkten

  1. Begrüßung
  2. Vortrag der Prognos AG
  3. Gruppeninterview mit den Leiterinnen und -leitern der Projekte der Umsetzungsbegleitung 
  4. Diskussionsrunden an verschiedenen Thementischen (World Café)
  5. Projektmesse
  6. Nutzermesse
  7. Abschlussrunde & Verabschiedung
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Umsetzungsworkshop 2015 - Kurzbericht

Thementisch 4: Aufwand und Finanzierung

(Gastgeberin: Verena Pimmer, Deutsche Rentenversicherung Bund)

 

Diskussionsfragen:

 

In der Diskussion wurde sehr schnell deutlich, dass die Umsetzung von Forschungsergebnissen personellen und finanziellen Einsatzes sowohl auf der Forschungs- als auch auf der Nutzerseite bedarf. Bei den Krankenkassen werden die Anträge beispielsweise gesichtet und geprüft sowie Stellungnahmen für die unterschiedlichen Gremien erarbeitet. Die Forscherinnen und Forscher müssen recherchieren, Kontakte anbahnen, bei den Nutzern vorstellig werden und die eigenen Ergebnisse zielgruppengerecht aufbereiten und präsentieren. Diesen Aufwand wird man nur betreiben, wenn ausreichend Gründe dafür sprechen. Die Krankenkassen zeigen sich vor allem dann offen, wenn die Forschungsergebnisse und daraus abgeleitete Transferprodukte in die eigene Strategie passen und für die eigenen Versicherten interessant sind. Unterschiedliche Krankenkassen weisen auch eine unterschiedliche Versichertenstruktur auf und leiten daraus unterschiedliche Strategien ab. Im Wettbewerb der Krankenkassen ist überdies relevant, ob mit der Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis auch eine gewisse Exklusivität erreicht werden kann. Folglich geht es um die Frage, ob man somit den eigenen Versicherten Leistungen anbieten kann, die keine andere Krankenkasse im Programm hat. Deutlich wurde aber auch, dass neue Leistungen und Verfahren, die auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt wurden, eine hohe Reputation aufseiten der Kostenträger genießen.

Aufseiten der Wissenschaft wurden Bedenken geäußert, sich beim Transfer von Forschungsergebnissen möglicherweise zu stark selbst „verkaufen“ zu müssen. Ferner wurde kritisch angemerkt, dass ggf. aus dem Wunsch heraus den Transfer von Forschungsergebnissen zu erleichtern, der wissenschaftlich kritische Blick verloren ginge. Für beide Seiten gilt, dass persönliche Kontakte und Netzwerke ein wesentliches Erfolgskriterium für den Transfer von Forschungsergebnissen darstellen, die u.a. Kosten der Kontaktanbahnung verringern helfen. Dazu ist das persönliche Engagement entscheidend, da nur wenige Kostenträger ein standardisiertes Innovationsmanagement betreiben.

Schließlich wurde darüber diskutiert, welcher Kompetenzen es eigentlich für die Implementierungsphase selbst bedarf. Wer muss was wissen, um einen Transfer erfolgreich zu gestalten? Dabei wurde auch abgewogen, ob eine Begleitung und Vermittlung durch Dritte den Transfer verbessern könnte, wozu allerdings weitere Ressourcen notwendig wären.

In der Diskussion zeichneten sich einige Vorschläge zur Finanzierung der Umsetzungsphase ab. So sollte in der Forschungsförderung eine eigenständige Transferphase eingeplant werden und mit finanziellen Mitteln ausgestattet sein. Weiterhin wird angeregt, Projektbeiräte zu etablieren, die auch mit Vertreterinnen und Vertreter der „Enabler“ besetzt sind. So weist beispielsweise die Selbsthilfe darauf hin, dass bei der eigenen Forschungsförderung die Umsetzung von vornherein mitgedacht wird. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, für die bereits untersuchten Innovationen eine eigene Plattform bzw. Datenbank einzurichten, auf der potenzielle Nutzerinnen und Nutzer von Forschungsergebnissen sich über diese informieren können.




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