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Abschlussbericht CARO-PRE-Studie

 

Kontakt

Anne Michel

Susanne Schleicher

Dr. med. Sabine Stamm-Balderjahn

 

Charité – Universitätsmedizin Berlin

Abteilung Versorgungssystemforschung und

Grundlagen der Qualitätssicherung

in der Rehabilitation

Luisenstr. 13A, 10117 Berlin

Tel.: 030 450 517 109

Fax: 030 450 517 932

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Effektivität manualgestützter Zielvereinbarungen bei KHK-PatientInnen – ein Instrument zur Verbesserung des Gesund­heits­verhal­tens in der Phase III-Rehabilitation  - die CARO-PRE-Studie

Ein Ziel der kardiologischen Rehabilitation ist es, den Patientinnen und Patienten ein positives Gesundheitsverhalten zu vermitteln und dazu beizutragen, dieses auch nach der Rehabilitation zu erhalten.

In der Studie wird untersucht, ob die gemeinsame Vereinbarung von Zielen zwischen Arzt und Herzpatient das Gesundheitsverhalten nach der Entlassung aus der Rehabilitation verbessert. Zur Unterstützung dieses Prozesses wurde ein Zielvereinbarungskonzept entwickelt. In diesem Konzept ist vorgesehen, dass zwischen Arzt und Patient eine gemeinsame Zielvereinbarung getroffen wird. Zudem erhalten die Patienten unterstützende Materialien wie eine Patienteninformation und einen Patientenpass. Die Ziele, die in einem strukturierten Therapiegespräch am Ende der Rehabilitation vereinbart werden, umfassen u.a. die Aspekte körperliche Aktivität, gesunde Ernährung, Tabakabstinenz und regelmäßige Medikamenteneinnahme entsprechend der ärztlichen Verordnung. Wichtig an diesem Konzept ist, dass die vereinbarten Ziele sich an der individuellen Situation der Patienten und ihren individuellen Bedürfnisse orientieren, dass also die Patienten an der Zielfindung gleichberechtigt teilnehmen.
Die Studie richtet sich an Patienten und Patientinnen, die an einer koronaren Herzerkrankung leiden.

 

Projektleitung:

Dr. Karla Spyra

 

Laufzeit des Vorhabens:

01.03.2008 – 31.12.2012

 

Hintergrund

Die kardiologische Rehabilitation sieht sich mit dem Problem konfrontiert, Veränderungen im Gesundheitsverhalten der PatientInnen zu initiieren und dazu beizutragen, diese zu verstetigen. Zur Unterstützung dieses Prozesses wurde von der forschenden Einrichtung ein Zielvereinbarungskonzept entwickelt, dessen Hauptbestandteil ein strukturiertes Therapiegespräch am Ende der Phase-II-Rehabilitation ist, in dem zwischen PatientInnen und ÄrztInnen konkrete Ziele für das zukünftige Gesundheitsverhalten (gesunde Ernährung, körperliche Bewegung, Tabakabstinenz, Medikamentenadhärenz) vereinbart werden.

Das Zielvereinbarungskonzept wurde in zwei Vorläuferstudien, CARO-ZIR (Cardiac Rehabilitation Outcome - Zielvereinbarungen in der Rehabilitation; Förderung durch die DRV Westfalen 2007/08) und CARO-QMS (Cardiac Rehabilitation Outcome - Quality Management Survey; Förderung durch die DRV Bund 2008/2009) entwickelt, angewendet und auf Akzeptanz durch RehabilitandInnen und ÄrztInnen überprüft. Es ist von beiden Nutzergruppen als sinnvoll und hilfreich erachtet worden.

Das Zielvereinbarungskonzept umfasst:

Die Zielvereinbarungen betreffen evidenzbasierte Risikofaktoren, d.h. behaviourale und physiologische Parameter mit nachweislich risikobeeinflussender Wirkung. In den Mittelpunkt dieses Konzepts wurden bewusst Verhaltensziele für die behaviouralen Faktoren körperliche Aktivität, gesunde Ernährung, Tabakabstinenz und Medikamentenadhärenz gestellt, weil die Patientinnen und Patienten diese Verhaltensziele unmittelbar beeinflussen können. Ein zweiter Schwerpunkt sind Zielwerte für die Parameter der physiologischen Risikofaktoren Hyperlipidämie, Hypertonie, Diabetes mellitus und Übergewicht/Adipositas.

 

Ziel

Ziel des Projektes ist die Prüfung der Wirksamkeit des Zielvereinbarungskonzeptes mit folgender Hypothese: Das Zielvereinbarungskonzept führt bei männlichen und weiblichen KHK-Patienten zu einem verbesserten sekundärpräventiven Gesundheitsverhalten in der Phase-III-Rehabilitation.

 

Methodik

Das Studiendesign entspricht einer randomisierten kontrollierten Interventionsstudie mit drei Messzeitpunkten. Einschlusskriterien für die Studie waren: akutes Koronarsyndrom (ACS), Bypass-Operation (ACB) oder elektive perkutane Koronarintervention (PCI).

Die an der Studie beteiligten ÄrztInnen erhielten im Vorfeld eine Schulung zur Gesprächsführung und ein dafür entwickeltes Manual. Als theoretische Grundlage diente das sozial-kognitive Prozessmodell gesundheitlichen Handelns (HAPA-Modell[1]) von R. Schwarzer.

 

Aktueller Stand des Projektes

Es konnten insgesamt 1389 Rehabilitanden aus 17 Einrichtungen in die Studie eingeschlossen werden. Der Anteil der weiblichen Patienten beträgt 38,4% (N=534) und der männlichen Patienten 61,6% (N=855). Es wurden 702 (50,5%) Patienten in die Interventionsgruppe und 687 (49,5%) Patienten in die Kontrollgruppe aufgenommen.

Die Responserate der Fragebogenerhebung zu den einzelnen Messzeitpunkten beträgt zu T1 (Reha-Beginn) 94,4% (N=1311), zu T3 (sechs Monate nach Reha) 84,7% (N=1176) und T4 (zwölf Monate nach Reha) 82,0% (N=1139). Am Ende der Rehabilitation wurden mit 660 PatientInnen (404 männliche und 256 weibliche) Zielvereinbarungsgespräche geführt. Derzeit erfolgt die Auswertung der erhobenen Prozess- und Fragebogendaten. Erste Zwischenergebnisse werden im Sommer 2012 vorliegen.

 

Tagungs-/Kongressbeiträge

 

Kooperierende Rehabilitationseinrichtungen

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen beteiligten Kliniken für die gute Zusammenarbeit bedanken.



[1] HAPA steht für Health Action Process Approach und ist ein sozial-kognitives Prozessmodell des Gesundheitsverhaltens (Schwarzer, R.: 1992, 2001, 2002).




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