Suche:


Zoom = Maus über Bild bewegen | Bild hier öffnen

Download

Abschlussbericht Gesundheitstraining nach Schlaganfall

 

Kontakt

Prof. Dr. Joachim Liepert

Kliniken Schmieder

Zum Tafelholz 8

78476 Allensbach

vorheriger Artikel  |  nächster Artikel

Projekt: Gesundheitstraining nach Schlaganfall

J. Liepert 1, P.M. Gollwitzer 2,3 und G. Oettingen2,4 
1 Kliniken Schmieder Allensbach, 2 Universität Konstanz,  3 New York University, 4 Universität Hamburg

 

Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und führt bei vielen Patienten zu psychischen und physischen Beeinträchtigungen, sowie einer erheblichen finanziellen Belastung des Gesundheitssystems (Broeks et al., 1999; Kolominsky-Rabas et al., 2006). Die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs liegt bei 3-5% im ersten Monat und bei 10% im ersten Jahr nach dem Schlaganfall. Zur Vermeidung eines Rezidivs ist die Aufklärung über Risikofaktoren und die entsprechende Veränderung des Lebensstils von zentraler Bedeutung (www.dgn.org; www.hochdruckliga.de). Im Rahmen der Studie werden drei Gesundheitstrainings miteinander verglichen.

 

Ziel ist die Identifikation des Trainings, das den nachhaltigsten Effekt auf eine Verhaltensänderung von Schlaganfallpatienten ausübt. Zusätzlich untersucht werden mögliche motivationale und personenbezogene Faktoren, die Ausmaß und Dauer einer Verhaltensänderung und somit den Erfolg des Gesundheitstrainings beeinflussen. Alle drei Trainings werden zeitlich parallel während der stationären neurologischen Rehabilitation in den Kliniken Schmieder in Konstanz, Allensbach und Gailingen durchgeführt. Von allen teilnehmenden Patienten (N = ca. 330) werden Daten über den Zeitraum von einem Jahr erhoben. Die Erhebung umfasst demografische Variablen, Risikofaktoren (Blutdruck, Gewicht, Blutzucker, Cholesterinwerte, Nikotinabusus, etc.) sowie motivationale und Persönlichkeitsfaktoren.

 

Die Trainings unterscheiden sich wie folgt:

 

Zur Stärkung der eigenverantwortlichen Selbstregulation bei der Umsetzung der Verhaltensempfehlungen werden die kombinierten Selbstregulationsstrategien des mentalen Kontrastierens und des Bildens von Durchführungsvorsätzen vermittelt (Stadler, Oettingen & Gollwitzer, 2005). 

 

Mentales Kontrastieren (Oettingen, Pak & Schnetter, 2001) führt bei hohen Erfolgserwartungen zu einer starken Zielbindung und zur Identifikation von Hindernissen bei der Zielerreichung. Die an die Hindernisse gekoppelten Durchführungsvorsätze (Wenn-Dann-Pläne, Gollwitzer, 1999) erleichtern die zielgerichtete Handlungseinleitung und schirmen gegenüber möglichen Störungen der Handlungsdurchführung ab. Die Informationsvermittlung und Selbstregulationsintervention orientiert sich in allen drei Trainings an den zentralen Risikofaktoren für einen Schlaganfall (Hypertonie, Bewegungsmangel, ungünstige Ernährungsgewohnheiten und Übergewicht, Stress und Alltagsdrogen).

Es wird erwartet, dass TeilnehmerInnen des Trainings 3 ein stärker und nachhaltiger verändertes Gesundheitsverhalten und in Folge dessen eine stärkere Reduktion von Risikofaktoren zeigen, als TeilnehmerInnen der anderen Trainings. Während die individuellen Veränderungen in der Ausprägung der Risikofaktoren einen Rückschluss auf die Effektivität der jeweiligen Intervention erlauben, kann die Betrachtung der Interventionsergebnisse im Zusammenhang mit motivationalen und Persönlichkeitsfaktoren zu weiteren Erkenntnissen über deren moderierenden Einfluss führen. Es wird erwartet, dass sich ein Risikoprofil für Patienten mit geringer Bereitschaft das Gesundheitsverhalten zu verändern, identifizieren lässt.

 

Aktuell findet die Datenerhebung statt. Die durchgeführten Seminare werden von den Patienten als sehr positiv bewertet. Die Bereitschaft zur Teilnahme ist entsprechend hoch. Als besonders gut und hilfreich wird von den TeilnehmerInnen das Setting empfunden, da die Durchführung der Trainings in Kleingruppen den Austausch mit anderen Betroffenen fördert und mehr Gelegenheit zur Klärung individueller Fragen geboten wird. Die positive Bewertung spiegelt sich bisher auch in einer sehr guten Rücklaufquote wieder, so dass wir auch zukünftig von einem guten und erfolgreichen Verlauf des Projekts ausgehen.

 

Literatur




< Modul eins - Phase 1  |  CARO-Pre - Spyra >