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Abschlussbericht

 

Ansprechpartner:

Prof. Dr. phil. habil. Johann Behrens,
Dipl.-Pflege- u. Gesundheitswiss. Christiane Becker 

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft

Magdeburger Str. 8

06097 Halle/Saale

Tel: 0049 (0)3 45 – 557 4472

Fax: 0049 (0)3 45 - 5 57 54 31

E-Mail: christiane.becker@medizin.uni-halle.de

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Partizipatives Rehabilitationsprozessmanagement „Schlaganfall in Sachsen-Anhalt" (PaReSiS)

Becker, C. (1), Behrens, J. (1), Kuß, O. (3), Lorenz, S. (1),Müller, T. (2), Richter, D. (2),

Saal, S. (1), Stang A. (4), Schubert, M. (1), Zierz, S. (2)

(1)    Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

(2)    Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Halle

(3)    Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

(4)    Institut für Klinische Epidemiologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

 

Das Vorhaben Partizipatives Rehabilitationsprozessmanagement „Schlaganfall in Sachsen-Anhalt“ (PaReSiS) führt in einer randomisierten, kontrollierten Studie ein Case Management durch, das trägerübergreifend den Krankheits- und Versorgungsverlauf erfasst und den Rehabilitationsprozess über die Anschlussrehabilitation hinaus zusammen mit den Betroffenen für die Dauer eines Jahres fortsetzt und steuert. Hauptzielgröße der wissenschaftlichen Begleitung ist die körperliche Funktionsfähigkeit, erhoben mit der Stroke Impact Scale 3.0. Als sekundäre Zielgrößen werden Depressivität, Mortalität, Reinfarkt und Lebensqualität erfasst. Diese Daten werden vorrangig in einer mündlichen standardisierten Befragung der Betroffenen zu drei Erhebungszeitpunkte erhoben: 3 Tage vor Entlassung aus der Akutklinik (T0), bis zu 4 Wochen nach Entlassung aus dem Krankenhaus bzw. der Rehabilitation (T1) und ein Jahr danach (T2). 


Aktueller Stand des Projektes und erste Ergebnisse

Die Rekrutierung der Studienteilnehmer und die erste Befragung (t0) konnte im Oktober 2010 in den Studienzentren abgeschlossen werden. Die zweite Befragung im häuslichen Milieu (t1) wurde Anfang 2011 beendet. 323 Personen stimmten einer Studienteilnahme zu. 208 Patienten wurden im Universitätsklinikum Halle und 115 im Klinikum Martha-Maria in Halle-Dölau rekrutiert. Das Randomisationsverfahren nach t1 teilte der Interventionsgruppe 131 Teilnehmer und der Kontrollgruppe 135 Teilnehmer zu. Insgesamt wurden 78 Dropouts gezählt:

1)      ausgeschieden nach t0: 57, davon 6 verstorben, 17 nicht erreichbar, 18 schlechter Allgemeinzustand, 16 kein Interesse mehr

2)      aktuell ausgeschieden nach t1: 21, davon 14 verstorben.

Bei einer Betrachtung der Ausgangsstichprobe mit 513 potentiellen Teilnehmern wurde gefragt, wie repräsentativ randomisierte kontrollierte Studien mit Patienten nach einem Schlaganfall sind? Die Teilnehmer der Studie unterschieden sich in allen erfassten Merkmalen deutlich von der Gesamtpopulation aller potentiellen Teilnehmer (Screening in der Akutklinik). Demnach sind Frauen als auch Teilnehmer im höheren Alter in der Studienstichprobe unterrepräsentiert. Ebenso ließ sich ein Einfluss der Schwere der Erkrankung auf die Teilnahmebereitschaft erkennen. Unsere Ergebnisse bestätigten den Einfluss von Alter, Geschlecht und Schweregrad auf die Teilnahmebereitschaft für den hier betrachteten Personenkreis in Studien (Peterson et al. 2004).

Die Analyse der Befragungsdaten zum Zeitpunkt des Krankenhausaufenthaltes (t0) lässt bei 80% der Teilnehmer mit einem NIHSS-Wert ≤ 5 auf einen Patientenkreis mit überwiegend leichten Einschränkungen schließen. Ein Erklärungsansatz dieses Phänomens liefert die Non-Responder-Analyse. Demnach waren von allen potentiellen Teilnehmern die schwerer betroffenen und älteren Patienten weniger zur Studienteilnahme bereit.

Perspektivisch wird zu prüfen sein, ob und in welchem Ausmaß Schlaganfallpatienten mit unterschiedlichen Ausprägungen der Schwere körperlicher Einschränkung von der geprüften Intervention profitieren können.

 

Die Studie ist registriert bei ClinicalTrials.gov (Identifier -NCT00687869):http://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT00687869 .

 

Beteiligte Institutionen:

 

Projektbeschreibung

Hintergrund

Bisherige Erkenntnisse zur Betroffenenperspektive von Patienten und Rehabilitanden nach einem Schlaganfall zeigen, dass insbesondere die Phase nach der Anschlussrehabilitation und die mögliche Rückkehr ins Alltagsleben durch ein sehr uneinheitliches Bild gekennzeichnet sind. Während konsekutive Therapien in manchen Fällen trotz bleibender Einschränkung nicht stattfinden, gelingt es anderen Rehabilitanden, eine kontinuierliche therapeutische Versorgung und berufliche Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu erhalten und für ihre Rehabilitation zu nutzen (vgl. Zimmermann et al. 2006; Schaepe et al. 2009). Übereinstimmend berichten sie jedoch von deutlichen Schwierigkeiten im Vorfeld der Gewährung von Gesundheitsleistungen

Ziele
Die Studie hat das Ziel festzustellen, ob und inwieweit bei von Schlaganfall Betroffenen und ihren Angehörigen der erfolgreiche Verlauf des Rehabilitationsprozesses nach Schlaganfall durch ein integriertes am individuellen Patientenbedarf ausgerichtetes Versorgungsmanagement außerhalb der institutionellen Versorgungsstrukturen der Akutklinik und stationären und ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen gesteuert werden kann.

 

Methoden
Das Projekt wird als randomisierte, kontrollierte Studie durchgeführt. Das Rehabilitationsassessment, ein strukturiertes mündliches Befragungsinstrument, erfasst unter Anwendung der Stroke Impact Scale 3.0 (SIS 3.0) die Hauptzielgröße der körperlichen Funktionsfähigkeit. Des Weiteren werden Lebensqualität, kognitive Funktionen, Wohnumfeld, informelle Hilfen und Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen der Teilnehmer erhoben. Zur Sicherung der Validität des eingesetzten Instrumentariums inklusive der Intervention wird sowohl in der Interventions- als auch in der Kontrollgruppe zusätzlich eine Stichprobe für ein qualitatives Tiefeninterview gezogen. 
Patienten der Interventionsgruppe erhalten im Rahmen eines umfassenden Rehabilitationsprozessmanagements die Möglichkeit, aus dem Angebot einer Internetplattform und einer telefonischen Nachsorge, von Einzelberatungen und Informationsveranstaltungen und der Wahrnehmung von Hausbesuchen nach eigenem Bedarf auszuwählen und im fortlaufenden Rehabilitationsprozess Information und Unterstützung zu finden.

 

 Literatur

 

Links zum Projekt:

http://www.medizin.uni-halle.de

www.paresis.uni-halle.de

 




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