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Abschlussbericht Empowerment Kilian

Anhang I Ergebnisse der Fokusgruppenanalyse Teil 1

Anhang I Teil 2 Dimensionsdefinitionen EPAS

Anhang II Teil 1 EPAS Pretest Version

Anhang II Teil 2 EPAS Pilotversion
Anhang III Methodenbeschreibung IRT Analysen

Anhang IV Ergebnisse Pilotstudienauswertung Teil 1

Anhang IV Ergebnisse Pilotstudienauswertung Teil 2

Anhang V EPAS Feldtestversion

Anhang VI Ergebnisse der Feldteststudie

Anhang VII EPAS Endversion

 

Kontakt

Arbeitsgruppe Versorgungsforschung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm
Ludwig-Heilmeyer-Str. 2
89312 Günzburg

 

Projektleitung: 
PD Dr. Kilian, 

Universität Ulm, 
Tel.: 08221/96-2861, 
Fax: 08221/96-28160, 

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Dipl.-Psych. Christine Hertle,
Tel.: 08221/96-2877,
Fax: 08221/96-28164, 

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: 
Dipl.-Psych. Susanne Hörand, 

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Entwicklung eines standardisierten Verfahrens zur Messung von Empowerment im Prozess der psychiatrischen Behandlung von Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen.

Ein wesentliches Ziel einer modernen psychiatrischen Behandlung ist die Förderung einer selbständigen Lebensgestaltung und eines eigenverantwortlichen Umgangs mit der Erkrankung. Dieses Ziel wird auch mit dem englischsprachigen Begriff „empowerment" bezeichnet.
Im Rahmen unserer Studie soll ein Fragebogen entwickelt werden, der es ermöglicht, zu beurteilen, inwieweit die psychiatrische Behandlung diesem Ziel tatsächlich gerecht wird.
Um verschiedene Vorstellungen zum Thema Empowerment zu berücksichtigen und der Lebenserfahrung von Patienten mit affektiven und schizophrenen Störungen gerecht zu werden, finden Gruppendiskussionen mit ambulanten Patientinnen und Patienten, Angehörigen sowie Experten statt. Zur Erfassung möglicher Unterschiede durch den Einfluss städtischer und ländlicher Lebensbedingungen, werden die Gruppen sowohl im Landkreis Günzburg als auch in München durchgeführt. Außerdem wird auf eine ausgewogene Gruppenzusammensetzung hinsichtlich Geschlecht und Alter geachtet.
Auf Grundlage der gewonnenen Informationen wird ein Fragebogen erstellt, der anhand mehrerer Patientenbefragungen überprüft und erprobt wird. Die endgültige Version soll in der Routineversorgung eingesetzt werden und somit zur Qualitätssicherung beitragen.

 

Hintergrund
Trotz der weitgehenden Übereinstimmung über die zentrale Bedeutung von Empowerment für die psychiatrische Behandlung fehlen bislang standardisierten Verfahren zur Messung von Empowerment im psychiatrischen Behandlungsprozess. Gegenwärtig existieren deshalb auch nur sehr wenige Untersuchungen zu der Frage, in welchem Umfang in der Behandlung chronischer psychischer Erkrankungen Empowerment-Prinzipien tatsächlich zum Tragen kommen. Für die psychiatrische Versorgungsforschung bedeutet das Fehlen geeigneter Messmethoden, dass ein zentraler Bestandteil der Qualität des therapeutischen Prozesses nicht angemessen beurteilt werden kann. Damit fehlt zum einen die Möglichkeit, potenzielle Ursachen einer mangelnden Empowerment-Orientierung des psychiatrischen Behandlungsprozesses zu identifizieren. Zum anderen lässt sich nicht präzise ermitteln, welche Bedeutung Empowerment tatsächlich für das Ergebnis des Behandlungsprozesses hat.

 

Ziel
Ziel des Projektes ist die Entwicklung und die Überprüfung der psychometrischen Eigenschaften eines standardisierten Verfahrens zur Messung von Empowerment im Prozess der psychiatrischen Behandlung von Patienten mit affektiven (ICD-10 F30-F39) und schizophrenen (ICD-10 F20-F29) Störungen. Das Instrument soll verschiedene inhaltliche Dimensionen von Empowerment berücksichtigen, aber zugleich für den Einsatz in der Routineversorgung geeignet sein und daher nicht mehr als 25 Items umfassen.

 

Methode
Zur Generierung der inhaltlichen Dimensionen und der Itementwicklung werden Fokusgruppen mit ambulanten Patienten, Angehörigen und Experten durchgeführt. Die Dauer der Fokusgruppen beträgt jeweils circa 90 Minuten. Alle Sitzungen werden mit einem Audioaufnahmegerät aufgezeichnet und anschließend transkribiert. Um soziokulturelle und diagnosespezifische Faktoren zu berücksichtigen, werden die Patientengruppen getrennt nach Stadt/ Land (München/ Günzburg) und Diagnose (F2/ F3) durchgeführt.

Bei der Gruppenzusammensetzung wird außerdem auf eine ausgewogene Alters- und Geschlechterverteilung geachtet. Auf Grundlage der qualitativen Inhaltsanalyse dieser Daten, werden die Items und Antwortskalen des Pilotfragebogens entwickelt. Für die Auswahl der Items mit den besten psychometrischen Eigenschaften erfolgt eine Pilotbefragung an 440 Patienten. Der auf der Grundlage der Pilotstudie erstellte Fragebogen wird dann im Rahmen einer Feldteststudie an 400 Patienten hinsichtlich seiner psychometrischen Eigenschaften überprüft. Neben der Befragung mit dem Empowerment-Fragebogen, werden die krankheitsbedingte Beeinträchtigung (HoNOS) und die subjektive Lebensqualität (WHOQOL-BREF) erfasst. Im Rahmen einer Testphase wird der Fragebogen hinsichtlich seiner Eignung als Instrument zur Qualitätssicherung in der Routineversorgung erprobt.

 

Aktueller Stand
Zur Berücksichtigung soziokultureller Faktoren wurden insgesamt 14 Fokusgruppen mit 81 Teilnehmern parallel in München und im Landkreis Günzburg durchgeführt. Die inhaltsanalytische Auswertung der Fokus-gruppentranskripte ergab 13 inhaltliche Dimensionen. Für diese Dimensionen wurden 183 Fragebogenitems formuliert, die im Rahmen eines feasibility Tests an 40 Patienten erprobt wurden. Auf der Basis der Ergebnisse des feasibility Tests wurden 81 Items für den Pilotfragebogen ausgewählt. Zur Auswahl der Items mit den besten psychometrischen Eigenschaften erfolgte eine Pilotbefragung an 445 Patienten in Günzburg, Kempten, Immenstadt, München und Leipzig. Die Im Rahmen der Pilotstudie gewonnenen Daten wurden mittel explorativer Faktorenanalyse hinsicht-lich ihrer inhaltlichen Struktur und mittels item-response Analysen hinsichtlich ihrer psychometrischen Eigenschaften untersucht. Der auf der Grundlage der Ergebnisse der Auswertungen der Pilotstudiendaten erstellte Feldtestfragebogen umfasst die 6 inhaltlichen Dimensionen:1) Alltagsbewältigung; 2) Soziale Beziehungen; 3) Behandlung; 4) Medikation; 5) Selbstwirksamkeitserwartung / Hoffnung; 6) Selbstwert /Akzeptanz mit insgesamt 38 Items sowie zweit Zusatzmodulen für berufstätige Patienten und für Patienten mit minderjährigen Kindern. Das Feldtestinstrument wird gegenwärtig an 400 Patienten in Günzburg, Kaufbeuren, München und Leipzig hinsichtlich seiner psychometrischen Eigenschaften überprüft. Im Rahmen einer Testphase wird der Fragebogen im Anschluss an seine Fertigstellung hinsichtlich seiner Eignung als Instrument zur Qualitätssicherung in der Routineversorgung erprobt.




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