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Kontakt

Dr. Monika Schwarze
Medizinische Hochschule Hannover 
Klinik für Rehabilitationsmedizin, Koordinierungsstelle Angewandte Rehabilitationsforschung 
Carl-Neuberg-Str.1 
30625 Hannover,
Tel.: 0511-532-8164 
Email:

 

Dipl.-Psych. Michael Schuler

Universität Würzburg

Abteilung Medizinische Psychologie, Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften
Klinikstraße 3

97070 Würzburg
Tel.: 0931-312573
Email:
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Übersetzung, Adaption und Validierung des „heiQ" (Health Education Impact Questionnaire) - eines generischen Instruments zur Bewertung von Patientenschulungen und Selbstmanage-mentprogrammen"

Projektteam:

Standort Hannover 
Dr. M. Schwarze; Dr. I. Ehlebracht-König; Prof. Dr. Chr. Gutenbrunner; Dipl.-Psych. R. Kirchhof

Standort Würzburg

Prof. Dr. Dr. Faller; Dipl.-Psych. M. Schuler; Dipl.-Psych. G. Musekamp

 

Wissenschaftliche Kooperationspartner: 
- Osborne, Richard H. (Prof. Ph.D.) - Deakin University, Faculty of Health, Medicine, Nursing and Behavioural Sciences , Australien 
- Nolte, Sandra (Ph.D.) - AFV Centre for Rheumatic Diseases, The University of Melbourne, De-partment of Medicine;

 

Kooperationskliniken:

 

Hintergrund:
Als Ziele von Patientenschulungen wurden eine Stärkung der Selbstmanagementfähigkeiten der Patien-ten sowie die Erhöhung der Compliance und des Empowerments definiert (Faller et al, 2005). Evaluati-onen von Patientenschulungen erfolgten jedoch zumeist über die Erfassung schulungsferner Zielparar-meter wie Lebensqualität, Return to work etc. Es existieren bisher jedoch national wie international kaum Erhebungsinstrumente zur Erfassung schulungsnaher Zielgrößen. Deswegen haben Osborne und Kollegen 2007 an der Universität Melbourne das Fragebogenset „heiQ" entwickelt, das aus den drei Fragebögen „heiQ-Core", „heiQ-Program" und „heiQ-Perspective" besteht. Der zentrale Fragebogen heiQ-Core erfasst mittels 40 Items auf folgenden acht Skalen schulungsnahe Zielgrößen von Patienten-schulungen: „Gesundheitsförderliches Verhalten", „Aktive Beteiligung am Leben", „Emotionales Wohlbe-finden", „Selbstüberwachung und Krankheitsverständnis", „Konstruktive Einstellungen", „Erwerb von Fertigkeiten und Handlungsstrategien", „Soziale Integration und Unterstützung" und „Kooperation und Zurechtfinden im Gesundheitswesen". Der heiQ-Program (10 Items) dient zur Bewertung der Durchfüh-rung einer Patientenschulung. Der heiQ-Perspective erfasst mit neun Items mögliche Änderungen im Antwortverhalten, die durch sogenannte Response Shifts verursacht werden können.

 

Ziele des Projektes
Im deutschen Sprachraum existieren bislang kaum validierte Fragebögen, die generisch proximale Zielkriterien von Patientenschulungen (z.B. Selbstmanagement, Empowerment) erfassen. Deshalb bestand das Ziel dieses Projektes in der konzeptgetreuen Übersetzung, Adaption und psychometrischen Validierung des in Australien entwickelten Fragebogens heiQ, der mittels 40 Items auf 8 Skalen schulungsnahe Zielkriterien erfasst und im Original sehr gute psychometrische Kennwerte aufweist.

 

Untersuchungsdesign und Methoden
Die Übersetzung des heiQ wurde anhand internationaler Übersetzungsrichtlinien mittels Vorwärts- und Rückwärtsübersetzungen durchgeführt. Die finale deutsche Version des heiQ resultierte aus der Abstimmung der Originalautoren, der unabhängigen Übersetzer und der Wissenschaftler und Kliniker der Medizinischen Hochschule Hannover und Universität Würzburg. Zusätzlich wurden nach der Übersetzung kognitive Interviews durchgeführt (N=14), um fragenbogenbezogene Fehler (z.B. mehrdeutige Formulierungen) zu minimieren.Die psychometrische Evaluation erfolgt an einer Stichprobe von 1202 Patienten aus 7 Kooperationskliniken unterschiedlicher Indikationen. Alle eingeschlossenen Patienten hatten im Rahmen einer Rehabilitationsmaßnahme an einer Patientenschulung teilgenommen Die Patienten füllten den heiQ sowie mehrere Validierungsskalen (SF-36; IRES-24; IPQ-R; PHQ-9; GAD-7) zu drei Zeitpunkten aus, unmittelbar vor der Patientenschulung, t1, unmittelbar nach der Patientenschulung, t2 und drei Monate nach der Patientenschulung, t3). Die Faktorielle Validität wurde mittels konfirmatorischer Faktorenanalysen, die Konstrukvalidität mittels Zusammenhangsanalysen mit den Validierungsskalen und die Reliabilität mittels Raykovs Rho bestimmt. Zusätzlich füllte eine Substichprobe (N=58) zur Bestimmung der Änderungssensitivität den heiQ drei Wochen vor, und eine weitere Substichprobe (N=48) zur Bestimmung der Retestreliabilität eine Woche nach der Patientenschulung aus.

 

Bisherige Ergebnisse
Übersetzung und kognitive Interviews
Die übersetzten Items des heiQ wurden von den Patienten weitestgehend leicht und im intendierten Sinn verstanden. Auf Anregung der Patienten wurden einige wenige kleine Formulierungsänderungen vorgenommen und mit dem Autor des Originals abgestimmt.

Validierung
Faktorielle Validität: Drei Skalen wiesen hypothesenkonform sehr gute Fit-Werte (CFI>0,98, RMSEA>0,06) auf, bei den übrigen 5 Skalen konnten gute bis sehr gute Fit-Werte pro Skala durch die (inhaltlich gut interpretierbare) Freisetzung der Kovarianz zwischen je 2 Items erreicht werden. Reliabilität: Raykovs Rho liegt im befriedigenden bis sehr guten Bereich (0,71-0,88). Konstruktvalidität: Die Korrelationen zwischen den heiQ-Skalen und den Validierungsskalen (zu t1) liegen zumeist zwischen 0,2 und 0,6 in den erwarteten Größenordnungen. Änderungssensitivität: Die Prä(t1)-Post(t2)-Differenzen schwanken zwischen d=0,11 und d=0,62.

 

Diskussion
Die Skalen der der deutschen Version können als inhaltlich verständlich, faktoriell valide und reliabel angesehen werden. Erste Ergebnisse zu Prä-Post-Unterschieden deuten darauf hin, dass die von den heiQ-Skalen erfassten Konstrukte durch die Rehabilitation verändert werden. In weiteren Analysen sollen Verläufe in den heiQ-Skalen bis zum Katamnesezeitpunkt, Zusammenhänge zwischen Verände-rungen in den heiQ-Skalen und Veränderungen in den Validierungsskalen sowie indikationsbedingte Unterschiede analysiert werden.Nach den bisherigen Ergebnissen scheint die deutsche Version des heiQ ein vielversprechendes Instrument zur Erfassung proximaler Zielkriterien von Patientenschulungen zu sein.

 

Veröffentlichungen zum Projekt:




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