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Dipl.-Psych. Matthias Romppel
HTWK Leipzig
Fakultät Sozialwesen
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"Patientenorientierte Interventionen zur Lebensstilmodifikation bei KHK - Subjektive Konzepte zu Inhalten, Methoden und Setting nachhaltiger Sekundärprävention im Alltag (PoInts)"

Hintergrund und Ziele
Die Umstellung des Lebensstils zur Sekundärprävention der KHK gelingt in der Praxis langfristig häufig nicht. Die fehlende Bedarfsgerechtigkeit bisheriger Interventionsansätze in Bezug auf subjektive Erwartungen, Konzepte und den subjektiven Bedarf wird als ein Faktor für diese geringe Nachhaltigkeit angesehen. Projektziel ist die Erfassung subjektiver Konzepte zu bedarfsgerechten Interventionen zur Lebensstilmodifikation unter Alltagsbedingungen. Die Ergebnisse sollen in Vorschläge zu innovativen Interventionsansätzen münden, die dazu beitragen, die Bedarfsgerechtigkeit der Versorgung und damit die Nachhaltigkeit der Erfolge zu verbessern.

 

Methoden
In der ersten, qualitativen Studienphase wurden subjektive Konzepte mittels Fokusgruppen mit PatientInnen und PartnerInnen exploriert und ärztliche Beratungsgespräche in der Routineversorgung dokumentiert. In der zweiten, quantitativen Studienphase wurde eine schriftliche Befragung von PatientInnen zur Eignung der qualitativ ermittelten Merkmale sekundärpräventiver Interventionen für eine nachhaltige Lebensstilmodifikation unter Alltagsbedingungen durchgeführt.

 

Ergebnisse
In den durchgeführten Fokusgruppen wurden von den TeilnehmerInnen hemmende und unterstützende Faktoren für eine erfolgreiche Lebensstilmodifikation auf verschiedenen Ebenen (personale, situative, soziale, versorgungsbezogene und gesellschaftliche Faktoren) diskutiert. Auffällig waren fehlende Vorstellungen über denkbare Unterstützungsmöglichkeiten, fehlende Informationen über die Verfüg-barkeit von konkreten Angeboten vor Ort und Vorurteile gegenüber der Inanspruchnahme psycho-logischer Hilfe. Die Möglichkeit zum Austausch (vor allem längerfristig) mit gleichermaßen Betroffenen wurde allgemein für hilfreich gehalten. Die Vorstellungen zu wirksamen Angeboten orientierten sich vielfach an bereits bekannten Versorgungsmodellen, von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden jedoch auch zahlreiche Vorschläge für innovative Interventionsangebote diskutiert.

Aus der qualitativen Auswertung ergab sich eine Liste von 61 Unterstützungsangeboten, die im Fragebogen hinsichtlich ihrer Eignung für eine nachhaltige Umsetzung von Verhaltensänderungen im Alltag beurteilt werden sollten. Die Items erfassten Aspekte der medizinischen Versorgung, eher umfassende Angebote sowie Angebote zu einzelnen Bereichen des Lebensstils. Ferner wurden Faktoren erhoben, die aus Sicht der Befragten die Umsetzung von Lebensstiländerungen fördern. Als bedeutsame fördernde Faktoren wurden neben einer besseren medizinischen Versorgung die Unterstützung durch Partner und Familie sowie ein verbessertes seelisches Gleichgewicht beurteilt. Als besonders hilfreiche Angebote wurden regelmäßige medizinische Nachsorgeuntersuchungen, die Aufklärung und Information durch Ärzte oder Physiotherapeuten sowie Sportangebote, die wohnortnah, kostengünstig, abwechslungsreich sind, flexibel angeboten werden und ärztlich überwacht sind, eingeschätzt. Dem Hausarzt als Ansprechpartner, der sich Zeit nimmt und Empfehlungen über Angebote ausspricht, kommt aus Sicht der PatientInnen eine besonders wichtige Bedeutung zu.

Verschiedene Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Projektergebnisse umzusetzen. Modellhaft wird für die Region Leipzig ein Ratgeber entwickelt, der über Unterstützungsangebote für KHK-PatientInnen informiert. Basierend auf den Ergebnissen der qualitativen Phase wurden zwei innovative Interventionskonzepte entwickelt, von denen eins aktuell bereits umgesetzt wird.

 

Weitere Informationen
http://www.rehaforschung.de/points/




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