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Kontaktdaten

Stefan Nickel, Silke Werner, Alf Trojan
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, 
Institut für Medizin-Soziologie
Martinistraße 52, 
20246 Hamburg
Tel. (040) 7410-52881, 
Fax -54934, 
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Qualitätskonzept „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus" als Ansatz patientenorientierter, partizipativer Versorgungsgestaltung: Entwicklung und Erprobung von Bewertungsinstrumenten für die Kooperation zwischen Patienten und Krankenhäusern

Hintergrund:
Thema des Projektes ist die dauerhafte strukturelle Verankerung von Patientenorientie-rung durch die institutionalisierte Kooperation zwischen Krankenhäusern und Selbsthilfe-zusammenschlüssen. Ansatzpunkt der Forschung ist das Qualitätskonzept „Selbsthilfe-freundliches Krankenhaus", das sich erst in den vergangenen fünf Jahren systematischer entwickelt hat und sich auf die Ingangsetzung, Erfolge, Wirkungen und Aufrechterhaltung partizipativer Versorgungsgestaltung im Krankenhaus richtet.

 

Ziele:
Ziel unserer empirischen Studie ist die Entwicklung eines Instruments zur Messung von selbsthilfebezogener Patientenorientierung aus der Perspektive von Patienten und Krankenhausmitarbeitern. Ein weiteres Ziel ist die Identifikation von möglichen förderlichen und hinderlichen Faktoren für die Intensivierung und Dauerhaftigkeit (Nachhaltigkeit) von Patientenorientierung im Rahmen strukturierter Kooperationen zwischen Krankenhäusern und Selbsthilfezusammenschlüssen.

 

Methoden:
Das Studiendesign beinhaltet eine Längsschnittstudie zu zwei Zeitpunkten in den beiden Pilotkrankenhäusern Hamburgs, denen 2006 das Qualitätssiegel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus" verliehen wurde, sowie Querschnittstudien in vier weiteren Krankenhäusern anderer Bundesländer. Methodisch wird ein Mix aus quantitativen (standardisierten Befragungen von Selbsthilfegruppenteilnehmern und Krankenhausmitarbeitern) und qualitativen Verfahren angewandt.

 

Aktueller Stand:
Es wurden zunächst qualitative Interviews und Gruppendiskussionen mit 23 leitenden Ärzten und Pflegenden sowie 11 Kontaktpersonen von Selbsthilfegruppen durchgeführt. Auf der Basis dieser Experteninterviews und einer umfangreichen Literaturrecherche wurde ein Messinstrument entwickelt, das vier Dimensionen der individuellen und solidarischen Selbsthilfeförderlichkeit umfasst (Patienteninfor-mation, -partizipation und -empowerment; Unterstützung von Selbsthilfegruppen). Der Fragebogen wurde bei rund 650 Mitarbeitern aus zwei Hamburger Pilot-krankenhäusern und ca. 150 Mitgliedern von Selbsthilfegruppen zu zwei Erhebungszeitpunkten eingesetzt. Im Vergleich der Einschätzungen beider Gruppen konnten nur wenige signifikante Unterschiede festgestellt werden.Ein weiteres Arbeitspaket beinhaltete die Instrumentenanwendung in anderen Kontexten außerhalb Hamburgs mit (mindestens) 8 Fachabteilungen für chronisch Kranke. Durch die personellen und zeitlichen Verzögerungen im Projektverlauf konnte dieser Arbeitsschritt bisher nur in dem Klinikum Bielefeld Mitte abgeschlossen werden (Rücklauf: 34 Mitarbeiter bzw. 28 Patienten). Aktuell laufen noch Be-fragungen in zwei weiteren Krankenhäusern aus dem Modellprojekt „Selbsthilfe-freundliches Krankenhaus Nordrhein-Westfalen“ (Augusta-Kranken-Anstalt Bochum, St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr), die voraussichtlich bis Mai andauern werden. Eine kostenneutrale Verlängerung des Forschungsprojekts ist mindestens bis Ende Juni 2011 gesichert.Im Juni 2009 gründete sich ein bundesweites Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit im Gesundheitswesen – gemeinsam für Selbsthilfe- und Patientenorientierung“, das vom BKK Bundesverband finanziert wird. Ziel des Netzwerks ist es, das Thema „Selbsthilfefreundlichkeit“ in Einrichtungen des Gesundheitswesens zu befördern und ein neues Konzept für eine nachhaltige Kooperation bundesweit einzuführen. Da mittlerweile viele Praxen und Kliniken Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung durch-führen, ist die Implementierung von Selbsthilfekriterien in Qualitätsmanage-mentsysteme ein wichtiger Schritt zur strukturellen Verankerung des Themas in die Arbeitsabläufe und Strukturen von Gesundheitseinrichtungen. Ergänzend wurden „Agenturen Selbsthilfefreundlichkeit“ gegründet, um solche Einrichtungen beim Aufbau stabiler und nachhaltiger Kooperationsbeziehungen zu unterstützen (www.selbsthilfefreundlichkeit.de).

 

Vorträge

 

Publikationen




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