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Kontakt

Univ.-Prof. Dr. med. Heinz-Harald Abholz 

Universitätsklinikum Düsseldorf

Abteilung für Allgemeinmedizin

Moorenstr. 5

40225 Düsseldorf

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Bilanzierungsdialoge als Mittel zur Förderung von Patientenorientierung und zur Verbesserung hausärztlicher Behandlungsqualität bei Menschen mit chronischer Krankheit (BILANZ)

Antragsteller

Univ.‐Prof. Dr. med. Heinz‐Harald Abholz, Abt. für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf (Leitung des Gesamtprojekts); Prof. Dr. med. Stefan Wilm, Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin im Interdisziplinären Zentrum für Versorgungsforschung, Universität Witten/Herdecke (Projektkoordination); Dr. Ottomar Bahrs, Abt. Medizinische Psycho‐logie und Medizinische Soziologie, Universität Göttingen (Leitung der qualitativen Teilstudie). Biostatistik: Univ.‐Prof. K. Wegscheider, UKE, Hamburg

 

Untersuchungsziel

Verbesserung im Erreichen von patient‐ und arztseitig vereinbarten Zielen bzgl.

a) der Prävention lebensstil‐bedingter Progression chronischer Krankheit und ihrer Komplikationen und/oder

b) besserer Nutzung von Coping‐Fähigkeiten und salutogenen Ressourcen des Patienten.

 

Hypothese

Halbjährliche gemeinsam von Patient und Arzt gestaltete Bilanzierungsdialoge können Erfolge ärztlicher Beratung zum Lebensstil sowie zu Einstellungs‐ und Handlungsmodi chronisch kranker Menschen fördern, wenn die folgenden Bedingungen gegeben sind:

a) Herausarbeiten salutogener Möglichkeiten und Selbstmanagementfähigkeiten des Patienten;

b) ausreichend Zeit und Kontinuität im patientenzentrierten Arzt‐Patient‐Gespräch;

c) in Bilanzierungsdialog und gemein‐samer Entscheidungsfindung geschulte Ärzte.

 

Studientyp

Verknüpfung von cluster‐randomisierter, kontrollierter, nicht verblindeter Interventions‐studie und qualitativer Studie (Mixed Method‐Design); gesundheitsökonomische Bewertung

 

Intervention

24 Unterrichtsstunden umfassende Schulung des Arztes (Clusterebene) zu Bilanzierungsdialog, Identifikation salutogener Ressourcen und Selbstmanagementfähigkeiten, gemeinsamer Problemdefinition und Entscheidungsfindung sowie patientenzentrierter Kommunikation.

 

Analyse

Auswertung der beiden primären Teilendpunkte (nachhaltige Erreichung gemeinsam festgelegter Ziele aus Patienten‐ und Arztsicht) nach 12 Monaten mit random effect binarymodel mit der Intervention als festem Einflussfaktor und der Praxiszugehörigkeit als zufälligem Effekt unter Berücksichtigung von Unbalanciertheiten. Intention‐to‐treat‐Auswertung auf Patientenebene. Einge‐bettete qualitative Studie mit Analyse eines Subsamples video‐aufgezeichneter Konsultationen unter Einsatz des halbstandardisierten RIAS‐Verfahrens sowie von Patienten‐ und Arztinterviews zur Interpretation der gemessenen Interventionseffekte. Gesundheitsökonomische Bewertung durch Modellierungen mit Kosten‐Effektivitäts‐Analyse und Kosten‐Nutzwert‐Analyse aus der Perspektive des Sozialversicherungssystems.

 

Datenbasis

Dokumentation durch Arzt, Evaluationsbögen von Patient und Arzt, Video‐Aufzeichnung von Gesprächen, Befragung von Patienten und Ärzten; detailliertes Daten‐ und Prozessmonitoring.

 

Stichprobe/Stichprobengröße

Konsekutive Patienten (Vorliegen mindestens einer chronischen Erkrankung; Alter 18 bis 70 Jahre) aus n=104 Hausarztpraxen (Cluster) aus 2 Rekrutierungszentren. Einschließbare Patienten n>5200; angesprochene Patienten n=2600; initial teilnehmende Patienten n=1690 aus 104 Praxen; auswertbare Patienten n=1410 aus 94 Praxen. Subsample (n=40 Praxen) mit Video‐Gesprächsaufzeichnungen; theoretical sampling, n=40 qualitative Interviews. Rekrutierung Hausarztpraxen: 3 Monate; Rekrutierung Patienten: 5 Monate. First patient in to last patient out: 17 Monate.

 

Nutzen und Verwendungsmöglichkeit der Forschungsergebnisse

Bessere Zielerreichung bei der Versorgung von Menschen mit chronischer Krankheit durch individualisierte, gender‐sensitive Angebote und Förderung patienteneigener Ressourcen; Veränderung der ärztlichen Versorgungs‐kultur mit inhaltlich‐struktureller Ausgestaltung des „Ärztlichen Gespräches“; direkt in der Regelversorgung umsetzbares, theoretisch begründetes und empirisch erprobtes Modul für ärztliche Weiter‐ und Fortbildung, das analog für die Medizinerausbildung verwendbar ist. Insgesamt inhaltliche Verbesserung der Betreuung chronisch Kranker unter Nutzung ihres Selbstmanagements.

 

Folien aus dem 3. Workshop in Erkner 




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