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Kontakt

Prof. Dr. Attila Altiner 

Universität Rostock

Institut für Allgemeinmedizin

Doberaner Str. 142

18057 Rostock  

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Verbesserung der Versorgung schlecht eingestellter Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 (DEBATE)

Anja Wollny, Eva Drewelow (Institut für Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät der Universität Rostock)

 

Zusammenfassung
Im Rahmen einer multizentrischen, cluster-randomisierten, kontrollierten Studie will das Projekt DEBATE die Wirksamkeit einer edukativen Intervention in Hausarztpraxen zur Verbesserung der hausärztlichen Versorgung schlecht eingestellter Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 in drei Studienzentren überprüfen .

 

Bei nicht wenigen der schlecht eingestellten Patienten mit Diabetes besteht eine Situation, in der sowohl Patient als auch Hausarzt – durchaus um die schlechte Einstellung wissend – resigniert haben und sich aus der eingeschliffenen Routine keine neuen Ansätze zur Verbesserung mehr finden. Im Rahmen des Projektes sollen daher der hausärztliche Kommunikationsstil und die Konsultationsinhalte nachhaltig beeinflusst werden. Dies beinhaltet insbesondere die Förderung der partizipativen Entscheidungsfindung (Shared Decision Making), die mit einem nachhaltigen Patient-Empowerment einhergeht. Die Intervention nutzt dabei zwei bereits in anderen Kontexten erfolgreich eingesetzte Implemen-tationsstrategien: Zum einen das motivationsfördernde Gespräch mit einem Peer (einem praktisch tätigen hausärztlichen Kollegen), zum anderen das Zurverfügungstellen des softwarebasierten Kommunikationstools arriba, das zum Zeitpunkt des Studienbeginns um Diabetes-spezifische Aspekte erweitert worden sein wird.

 

Dazu werden parallel in den drei Studienzentren Rostock, Düsseldorf und Witten jeweils 20 Hausärzte (gesamt N=60) rekrutiert, die jeweils 13 zufällig ausgewählte Patienten (gesamt N=780) in die Studie aufnehmen. Die Phasen des Projektes gliedern sich grob in Vor-bereitungsphase mit Rekrutierung der Teilnehmer, eine Baseline Datenerhebungsphase mit anschließender Randomisation der teilnehmenden Hausärzte (in Interventions- und Kontrollgruppe je N= 30) und ihrer Patienten in Intervention oder Kontrolle und darauf aufbauend vier weitere Datenerhebungsphasen (T1=6, T2=12, T3=18 T4 = 24 Monate nach Intervention). In der Interventionsgruppe werden Hausarzttrainings durch qualifizierte Peers für die Veränderung des ärztlichen Kommunikationsstils zur Unterstützung der partizipativer Entscheidungsfindung und für den Einsatz eines speziell dafür entwickelten Decision-Aids (arriba-Diabetes) durchgeführt. In der Kontrollgruppe erfolgt die Behandlung „care als usual“.

 

Im Rahmen der Studie wird untersucht, ob die auf Hausärzte abzielende Intervention in der Lage ist 
a) den HbA1c-Wert der eingeschlossenen Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe zu senken, und 
b) den patientenseitigen Anteil an der Entscheidungsfindung zu erhöhen.

 

Wenn die Versorgung der Patienten in der Interventionsgruppe der bisherigen Regel-versorgung relevant und signifikant überlegen ist, besteht ein theoretisch fundiertes, auf Feasibility und Akzeptanz geprüftes, empirisch als effektiv und effizient erprobtes Schulungs-konzept zur Verbesserung der hausärztlichen Versorgung von schlecht eingestellten Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2.




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