Zoom = Maus über Bild bewegen | Bild hier öffnen

Kontakt

Prof. Dr. E. Farin-Glattacker

Universitätsklinikum Freiburg

Abt. Qualitätsmanagement und Sozialmedizin

Engelbergerstr. 21

79106 Freiburg

Mail:

vorheriger Artikel  |  nächster Artikel

Kommunikationskompetenzen chronisch Kranker im Hinblick auf die Interaktion mit Behandlern (Projekt KoKoPa)

Laufzeit Juni 2011 – Mai 2014

 

Zielsetzung
Das KoKoPa-Projekt führt das zur Zeit durchgeführte Projekt „Die Patient-Behandler-Kommunikation bei chronisch Kranken…“ fort. Die in dem jetzt laufenden Projekt konzipierte Intervention richtet sich an BehandlerInnen. Im Kontext des Patienten-Empowerment-Paradigmas bedarf dieser Ansatz jedoch auch einer ergänzenden Interventionsausrichtung, die am Patienten selber ansetzt und es diesem ermöglicht, selber in sinnvollem Maße Kontrolle über die Patient-Behandler-Kommunikation auszuüben. Unterstützt wird dieser Ansatz durch empirische Befunde, die aufzeigen, dass mit vergleichsweise einfach durch-führbaren patientenseitigen Kommunikationstrainings die Patientenpartizipation verbessert werden kann, während andererseits im Bereich der Behandlertrainings für recht geringe und oft nicht durchgängig nachweisbare Effekte ein hoher Aufwand betrieben werden muss.

Nach einer Befragung von PatientInnen und BehandlerInnen bezüglich kompetenten Kommunikationsverhaltens bei chronisch kranken PatientInnen (Qualitative Studie 1), die dazu dient, die Einstellungen und subjektiven Konzepte zu erfassen, die im Rahmen der weiteren Studiendurchführung zu berücksichtigen sind, soll mittels interaktions- und sequenzanalytischer Methoden eine qualitative Analyse der Wirkungen der in der Patienten-Arzt-Interaktion gezeigten Patienten-Verhaltensweisen erfolgen (Qualitative Studie 2). Mit dieser Teilstudie sollen im Hinblick auf kurzfristige Endpunkte wirksame Verhaltensweisen identifiziert werden und gleichzeitig (zusammen mit Literaturbefunden) inhaltliche Grund-lagen für die Entwicklung von zwei Fragebögen zur Selbst- und Fremdbeurteilung der kommunikationsbezogenen Kompetenzen (KoKo-Fragebögen) geschaffen werden. Die an-schließende qualitative Studie 3 beinhaltet einen kognitiven Pretest der erarbeiteten Patientenbögen. Die quantitative Studie 1 dient der psychometrischen Prüfung der Fragebö-gen, ehe schließlich in der quantitativen Studie 2 (=Hauptstudie) die zentralen Fragestel-lungen des Projekts untersucht werden: Werden die vorher aufgestellten Hypothesen zu wirksamen (und insofern als „kompetent“ zu bezeichnenden) Patienten-Verhaltensweisen bestätigt? Wie kompetent verhalten sich PatientInnen mit chronischen Erkrankungen? Welchen Einfluss hat dabei das Geschlecht von Patient und Behandler? Das Projekt schließt mit der Konzeption von Patientenschulungs-Modulen zu kommunikativen Kompetenzen.

 

Projektplan und Design
Qualitative Studie 1: Es werden mit sechs Patienten-Fokusgruppen und drei Behandler-Fokusgruppen aus Rehabilitationseinrichtungen Gruppeninterviews durchgeführt.
Qualitative Studie 2: Es werden in den beteiligten Rehabilitationseinrichtungen insgesamt 36 Aufnahmegespräche zwischen PatientInnen und ÄrztInnen mit Audio-Aufnahme erfasst. Die Auswertung Gespräche erfolgt mit dem RIAS-System und beinhaltet sowohl eine Interaktionsanalyse als auch eine Sequenzanalyse.
Qualitative Studie 3: Die Entwürfe der Patientenversionen der KoKo-Fragebögen werden 10 PatientInnen im Rahmen eines kognitiven Pretests im Einzelinterview vorgelegt.
Quantitative Studie 1: Bezogen auf ihr jeweiliges ärztliches Aufnahmegespräch bearbeiten N=250 PatientInnen die KoKo-Fragebögen (Selbstbeurteilungsversionen). Die ärztlichen GesprächspartnerInnen der PatientInnen bearbeiten die Fremdbeurteilungsversion.
Quantitative Studie 2 (Hauptstudie): Es werden drei Messzeitpunkte (Reha-Beginn t0, Reha-Ende t1, 6 Monate nach Reha-Ende t2) realisiert; die zum ersten Messzeitpunkt angestrebte Fallzahl beträgt N=720. Als statistische Verfahren werden Strukturgleichungsmodelle und Regressionsanalysen eingesetzt. Angesichts der Multi-Ebenen-Struktur der Daten (PatientInnen gruppieren sich zu Einrichtungen) sind ferner hierarchische lineare Modelle anzuwenden.

In die Studie werden Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, chronisch-ischämischer Herzkrankheit oder Brustkrebs einbezogen. An dem Projekt nehmen insgesamt ca. 25 Reha-bilitationseinrichtungen teil (siehe www.aqms.de, ab 1.6.2011).

 

Tagungs-/ Kongressbeiträge




< EMPatI - Dirmaier  |  Krankenhausverhalten ... - Geraedts >