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Kontakt

Katja Hermann 

Universitätsklinikum Heidelberg

Abt. Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung

Voßstr. 2

69115 Heidelberg  

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Verbesserung der häuslichen Versorgung von Palliativpatienten durch Unterstützung pflegender Angehöriger

K. Hermann, F. Peters-Klimm, R. Bölter, J. Szecsenyi, P. Engeser

Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung

 

Kurzfassung des Projekts
Die Mehrheit der Patienten mit einer Tumorerkrankung wünscht sich am Lebensende eine Betreuung zu Hause, aber nur für 30% erfüllt sich dieser Wunsch. Sehr häufig kommt es in den letzten Lebenstagen zu Krankenhauseinweisungen, oftmals, weil sich die Angehörigen mit der Situation überfordert fühlen und nicht ausreichend professionelle Unterstützung erhalten. Die häusliche Versorgung von Palliativpatienten erfordert die aktive Unterstützung von Angehörigen; diese helfen bei Aktivitäten des täglichen Lebens, übernehmen Pflegetätigkeiten und kümmern sich bei Bedarf um Belange der Patienten. Dabei sind sie mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert (körperliche und psychische Belastungen, finanzielle und soziale Probleme). Hausärzte sind oftmals die ersten Ansprechpartner für die Betroffenen und nehmen so eine Schlüsselrolle bei der Versorgung ein: Sie sollten die medizinischen Bedürfnisse der Patienten sowie die körperlichen und psychosozialen Belastungen der Angehörigen wahrnehmen, Möglichkeiten der Entlastung aufzeigen und moderierend den Kontakt zu weiterführenden Anlaufstellen (z.B. auf kommunaler Ebene in Anlehnung an das Chronic Care Modell) anbieten. Vor diesem Hintergrund soll eine Intervention mit den Hausarztpraxen entwickelt und umgesetzt werden, die zu einer Entlastung der Angehörigen, einer Minimierung der Einweisungsrate am Lebensende und damit zu einer höheren Lebensqualität von Patienten und Angehörigen im Sinne der WHO-Definition von Palliativmedizin führt.

 

Hausärztliche Praxisteams werden zunächst in einem Workshop über die Ergebnisse von Studien informiert, in denen Angehörige ihre Belastungen und Wünsche zu ihrer Entlastung angegeben haben. Den Teams wird außerdem die Leitlinie „Pflegende Angehörige“ der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin vorgestellt, in der dargelegt ist, wie belastete Angehörige erkannt werden können, und Beispiele zur Entlastung gegeben werden. In anschließenden Fokusgruppen sollen die Praxisteams ihre bisherige Vorgehensweise reflektieren und eigene Strategien und Ideen ergänzen. Ausgewählte Entlastungsstrategien werden in der eigenen Praxis umgesetzt, z.B. indem Angehörige über Beratungsangebote auf Gemeindeebene informiert werden. Bei der Umsetzung werden die Praxisteams über einen Zeitraum von insgesamt neun Monaten von einem wissenschaftlichen Team unterstützt. Während dieser Zeit sowie nach 6 und 12 Monaten werden die Angehörigen zu ihrer Belastung und die Patienten zu ihrer Lebensqualität befragt.Die Studie überprüft, inwieweit sich Entlastungsangebote für Angehörige in der Praxis dauerhaft umsetzen lassen und schätzt ab, welche Effekte bei der Belastung der Angehörigen und der Lebensqualität der Patienten durch eine solche Maßnahme zu erwarten sind.




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