Chronifizierungsprozesse, Patientenkarrieren und Patientenbedarfe bei Angst- und depressiven Erkrankungen: Ist-Analyse & Evaluation einer Case-Management-orientierten Nachsorge-Koordination (NaKo) nach stationärer Rehabilitation
Projektleitung: PD Dr. Birgit Watzke, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Während eine umfassende Analyse von Chronifizierungsprozessen und Behandlungswegen im deutschen Gesundheitssystem für Patientinnen und Patienten mit chronischer Depression bzw. mit chronischer Angsterkrankung noch aussteht, lässt sich vor dem Hintergrund der ‚Fragmentierung’ des Versorgungssystems schon jetzt die Überwindung von Schnittstellen als ein wichtiger Ansatz-punkt zur Optimierung der Behandlungswege identifizieren.
Eine dieser Schnittstellen stellt die Nachsorge nach stationärer Rehabilitation dar, für die die Methode einer Case-Management-orientierten Nachsorge-Koordination eine vielversprechende Möglichkeit zur Förderung einer integrierten Versorgung und zur Verstetigung des Rehabilitations-erfolges für Patienten mit chronischer Depression/ Angsterkrankung beinhaltet.
Im Rahmen der Studie soll in Studienteil 1 eine Ist-Analyse von Chronifizierungsprozessen, Behandlungswegen und -bedarfen von o. g. Patientengruppen anhand von halbstrukturierten Patienteninterviews (N=36; stratifiziert nach Diagnose und Klinik) und schriftlichen Patientenbefragungen vorgenommen werden.
Unter Nutzung der hierbei resultierenden Ergebnisse beinhaltet Studienteil 2 die Implementierung und Überprüfung einer telefonbasierten Case-Management-orientierten Nachsorge-Koordination (NaKo): Patientinnen und Patienten werden direkt nach ihrem stationären Aufenthalt im Rahmen von sechs zweiwöchentlich stattfindenden Telefonaten von ihrem Bezugstherapeuten darin unterstützt, eine für sie adäquate Nachsorge einzuleiten und durchzuführen.
Zur Überprüfung der Effektivität der NaKo wird eine prospektive Mehrzeitpunktbefragung (4 Messzeitpunkte: vor und nach der stationären Behandlung, sowie zum 3- und 9-Monats-Follow Up) im Rahmen eines randomisiert-kontrollierten Designs (RCT) realisiert (N=274 Rehabilitanden mit vollständigen Datensätzen in den drei kooperierenden Kliniken: Bliestal Klinik, Blieskastel; Seepark Klinik, Bad Bodenteich und St. Franziska-Stift, Bad Kreuznach). Patientinnen und Patienten mit Nachsorge-Koordination werden mit Patientinnen und Patienten ohne Nachsorge-Koordination (TAU) hinsichtlich ihres Behandlungserfolges (Primäres Outcome: Lebensqualität/ funktionale Gesundheit; sekundäres Outcome: Symptomatik u.a.) verglichen.
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