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Dr. Ruth Deck

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein 
(Campus Lübeck) 
Institut für Sozialmedizin 
Ratzeburger Allee 160 (Haus 50)
23562 Lübeck

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Rehabilitationsnachsorge - Optimierung und Transfer des neuen Credo (NaSo 2)

Projektleitung:
Dr. Ruth Deck, Universität zu Lübeck, Institut für Sozialmedizin
Das Projekt „Rehabilitationsnachsorge – Optimierung und Transfer des neuen Credo“ (kurz
NASO 2) schließt direkt an das ebenfalls von der Deutschen Rentenversicherung und dem
BMBF geförderte Projekt „Rehabilitationsnachsorge – Ein ‚neues Credo‘ für Rehabilitationskliniken“ (Laufzeit 01.01.2008 – 31.12.2010, im Folgenden NASO 1 genannt) an. Beide Projekte basieren auf der Überzeugung, dass die Reha-Nachsorge ein zentraler Bestandteil der medizinischen Rehabilitation sein muss, da die Probleme chronisch erkrankter Personen nicht im Rahmen einer dreiwöchigen stationären oder ambulanten Rehabilitation gelöst werden können. Mit dem neuen Credo wurde in NASO 1 eine langfristig angelegte, auf körperliche Aktivität und Eigeninitiative fokussierte Nachsorgestrategie entwickelt, umgesetzt und evaluiert. Übergeordnetes Ziel ist die Verbesserung der langfristigen Rehabilitationseffekte.
Ausgehend von den NASO 1-Ergebnissen verfolgt das Projekt NASO 2 drei zentrale Ziele, die jeweils in einem eigenen Teilprojekt erreicht werden sollen.

Teilprojekt A: Optimierung des neuen Credo
Zur Entwicklung einer optimierten Strategie der Nachsorge, die eine bessere Anpassung an die Bedürfnisse der Rehabilitanden und Klinikmitarbeiter gewährleisten soll, wurden qualitative Interviews mit Rehabilitanden („Credo Nonresponder“ der Interventionsgruppe aus NASO 1) und Klinikmitarbeiten, die bei der Umsetzung des Nachsorgeprogrammes beteiligt waren, durchgeführt. Die Ergebnisse der qualitativen Befragungen stellten die Basis
für die Überarbeitung der Studienmaterialien (Informationsblätter, Beobachtungsheft, Bewegungstagebücher etc.) dar. Bei Bedarf wurden zusätzliche Studienmaterialien (z. B. Feedbackbriefe zu den Bewegungstagebüchern) erstellt.

Die vorliegenden Ergebnisse aus NASO 1 machten deutlich, dass Rehabilitanden zu Rehabeginn große Unterschiede hinsichtlich ihrer Beeinträchtigungen aufwiesen. Für NASO 2 wurde aus diesem Grund eine flexibilisierte Reha- und Nachsorgestrategie entwickelt: Rehabilitanden mit relevanten Beeinträchtigungen1 in den Parametern Funktionskapazität
(FFbH-R) und soziale Teilhabe (IMET) erhalten dabei über einen Zeitraum von 12 Monaten nach Beendigung der stationären Reha eine deutlich umfassendere Begleitung (Bewegungstagebücher & Feedbackbriefe) als Rehabilitanden ohne relevante Beeinträchtigungen.

NASO 2 wird mit in einer prospektiven, kontrollierten Längsschnittstudie evaluiert (schriftliche Befragung zu drei Messzeitpunkten: Reha-Beginn, Reha-Ende, 12 Monate nach Reha-Ende). Die Intervention findet in zwei Reha-Kliniken (Orthopädie) statt. In die Studie eingeschlossen werden sollen insgesamt 150 Rehabilitanden mit relevanten
Beeinträchtigungen und 100 Rehabilitanden ohne relevante Beeinträchtigungen. Für den Vergleich mit Rehabilitanden, die eine Standardrehabilitation (usual care) erhalten, stehen 360 Datensätze der Kontrollgruppe aus Credo I zur Verfügung.

Teilprojekt B: 24-Monats-Katamnese
In diesem Teilprojekt soll anhand einer schriftlichen Nachbefragung überprüft werden, ob die positiven Effekte der Nachsorgestrategie auch 24-Monate nach Beendigung der Reha noch nachweisbar sind. Einbezogen in die Studie werden alle Teilnehmer der 12-Monats-Katamnese aus NASO 1 (IG = 166, KG = 368).

Teilprojekt C: Transfer Psychosomatik
Das Nachsorgeprogramm wurde für den Indikationsbereich chronische Rückenschmerzen entwickelt und bisher ausschließlich in diesem Feld angewendet. In diesem Teilprojekt soll die Umsetzbarkeit und der Nutzen des neuen Credo im Rahmen der psychosomatischen Rehabilitation (Indikationen F32, F33 und F 40 – depressive Erkrankungen) erprobt werden.
Gemeinsam mit den Mitarbeitern der Rehaklinik werden die Materialien angepaßt. Die Machbarkeit des Transfers und Effekte der Intervention werden in einer monozentrischen Längsschnittstudie überprüft (schriftliche Befragung zu 3 MZP: Reha-Beginn, Reha-Ende, 4 Monate nach Reha-Ende). Es werden in diesem Studienteil insgesamt 150 Rehabilitanden
rekrutiert, das entspricht einer Netto-Stichprobe von N=120. Als Kontrollgruppe (historische Kontrolle) werden Daten aus der Qualitätsgemeinschaft Schleswig-Holstein herangezogen.

Das Projekt wird von der DRV Bund mit einer Laufzeit von 3 Jahren (Beginn 01/2011) gefördert.

Kooperationspartner:
1 Von einer relevanten Beeinträchtigung wird dann gesprochen, wenn der Rehabilitand auf dem FFbH-R einen Gesamtscore von <80 und auf dem IMET einen Gesamtscore von >10 erreicht.



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