Entwicklung und Evaluation eines Konzepts zur patientenorientierten Teamentwicklung in Rehabilitationskliniken (PATENT)
Projektleiterin: Dr. Mirjam Körner, Universität Freiburg
Stand des Projektes April 2011
Hintergrund und Ziel:
In der medizinischen Rehabilitation besteht wie auch in den anderen Berei-chen der medizinischen Versorgung die Notwendigkeit, aus dem bislang arztorientierten System ein patientenorientiertes System zu entwickeln. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen fordert 2007 durch eine Orientierung am Ablauf der Behandlung der Patienten neue Kooperationsformen und eine bessere Integration der Behandlungsbausteine. Im Memorandum Kooperation der Gesundheitsberufe (Robert Bosch Stiftung, 2010) wird eine Neuausrichtung des Versorgungsprozesses an der Patientenperspektive gefordert. Um eine patientenorientierte Versorgungsgestaltung in der medizinischen Rehabilitation zu erzielen, soll für die Behandler des interdisziplinären Rehabilitationsteams ein Interventionsprogramm zur patientenorientierten Teamentwicklung entwickelt und evaluiert werden. Primäres Ziel ist über die Teamentwicklung die Patientenorientierung in den Kliniken zu erhöhen.
Arbeitsplanung:
Die Entwicklung der Interventionen erfolgt in einer Pilotstudie durch eine Experten-befragung (Experten sind die Führungskräfte und Mitarbeiter der Rehabilitationskliniken) und eine Befragung der Patienten in Fokusgruppen in den Rehabilitationskliniken zu verschiedenen Aspekten der Teamarbeit und Patientenorientierung. Mögliche Themen für Vorträge, Workshops und ggf Coaching sind die Erfolgsfaktoren der patientenorientierten Teamarbeit, Barrieren und Hindernisse der patientenorientierten Teamarbeit, Teamfindung (Ziele, Strategien, Werte), Teaminteraktion (Führung, Rollen, Regeln), Teamstruktur/-system (Aufgabenbereiche, Verantwortlichkeiten), Teamkultur und patientenorientierte Kommunikation.
Das Interventionsprogramm soll in sechs Rehabilitationskliniken implementiert und in einer kontrollierten, cluster-randomisierten Interventionsstudie mit einem Messwiederholungsdesign mittels schriftlicher Patienten-und Mitarbeiterbefragungen evaluiert werden. Begleitend zu dieser summativen Evaluation findet eine Prozessevaluation der einzelnen Interventionsbausteine statt.
Erwartetes Ergebnis:
Als Ergebnis der Implementierung des Teamentwicklungs-Interventionspro-gramms wird primär eine verbesserte Patientenorientierung erwartet, was sich wiederum positiv auf die Behandlungsqualität und den Behandlungserfolg auswirkt.
Literatur
- Robert Bosch Stiftung (2010). Memorandum Kooperation der Gesundheitsberufe. Qualität und Siche-rung der Gesundheitsversorgung von morgen. http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/31490.asp (Letzter Zugriff: 25.03.2011). Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (2007). Kooperation und Verantwortung. Voraussetzung für eine zielorientierten Gesundheitsversorgung. Verfügbar unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/063/1606339.pdf (letzter Zugriff: 25.3.2011).
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