Patientenorientierte Schulungspraxis in der orthopädischen Rehabilitation durch Dissemination eines evaluierten Schulungsprogramms
Dr. Karin Meng, Dipl.-Psych. Anja Schultze, Prof. Dr. Dr. Hermann Faller.
Universität Würzburg, Arbeitsbereich Rehabilitationswissenschaften
in Kooperation mit:
- Prof. Dr. Klaus Pfeifer, Stefan Peters. Universität Erlangen-Nürnberg, Institut für Sportwissenschaft
- Prof. Dr. Jürgen Wasem, Dr. Dr. Anja Neumann. Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Medizinmanagement
Förderzeitraum: 01.01.2011 – 31.12.2013
Hintergrund
Ein Ansatz zur Förderung einer patientenorientierten Schulungspraxis in der medizinischen Rehabilitation stellt die Dissemination evaluierter Schulungen dar. Studien zeigen, dass deren Implementierung eine Herausforderung für die Klinikroutine darstellt und häufig auch nicht vollständig gelingt. Programme werden nur zum Teil implementiert bzw. modifiziert, was deren Effektivität in der Routine in Frage stellt. Studien zum Vergleich von Implementierungsstrategien und zum Nachweis der Wirksamkeit in der Routineanwendung stehen für Schulungsprogramme in der medizinischen Rehabilitation weitgehend aus.
Mit dem Curriculum Rückenschule liegt ein patientenorientiertes standardisiertes Schulungsprogramm vor, das sich in einer randomisierten Kontrollgruppenstudie als wirksam erwiesen hat (http://www.psychotherapie.uni-wuerzburg.de/forschung/projekte-koop_12.html). Eine Dissemination in orthopädische Rehabilitationskliniken kann empfohlen werden
Ziele und Fragestellungen
Ziel des Projektes ist (A) die Prüfung der Wirksamkeit und Kosten von Implementierungsstrategien zur Dissemination eines Schulungsprogramms „Curriculum Rückenschule“ (implementation effectiveness) sowie (B) die Evaluation der Schulungswirksamkeit in der Routineanwendung (effectiveness) in Bezug auf eine patientenorientierte Schulungspraxis, den Patientenoutcome sowie die Kosteneffektivität (efficiency).
Hauptfragestellungen: (A) Mit welcher Implementierungsstrategie – Train-the-Trainer-Seminar oder Implementierungsleitfaden zum Manual – kann eine bessere Umsetzung der Schulung in Bezug auf Inhalte und patientenorientierte Didaktik sowie eine höhere Patientenzufriedenheit erzielt werden? (B) Können nach Dissemination einer standardisierten Schulung in die Routineanwendung bessere Schulungseffekte kurz-, mittel- und langfristig nach der Rehabilitation erzielt werden?
Studiendesign/Methoden
Effectiveness-Studie (B) mit integrierter Disseminationsstudie (A)
(A) Disseminationsstudie in 10 Rehabilitationskliniken (ca. 130 Trainer, 300 Patienten, 30 Schulungen) mit quantitativer und qualitativer Struktur- und Bedarfsanalyse, Prozess- und Ergebnisforschung.
(B) Multizentrische, quasi-experimentelle Kontrollgruppenstudie mit 4 Messzeitpunkten (Reha-Beginn, Reha-Ende, 6- und 12-Monats-Katamnese) und 540 Rückenschmerzpatienten (Heilverfahren; ICD-10: M51, M53, M54) aus 4 der 10 Kliniken.
Publikation
- Meng, K., Schultze, A., Peters, S., Worringen, U., Pfeifer, K., Faller, H. (2012). Wie ist die Struktur- und Bedarfssituation von orthopädischen Rehabilitationskliniken zur Einführung eines standardisierten Schulungsprogramms? DRV-Schriften, 98, 164-166.
Kooperationskliniken
- Argentalklinik Isny-Neutrauchburg
- Asklepios Klinik Bad Abbach
- Klinik Bad Wörishofen, DRV Schwaben
- MediClin Reha-Zentrum Spreewald
- RECURO Rehabilitations- & Präventionszentrum Bad Kissingen
- Rehaklinik Höhenblick, RehaZentren der Deutschen Rentenversicherung BW gGmbH
- Rehazentrum Bad Bocklet
- Reha-Zentrum Schömberg, Klinik Schwarzwald
- Sana Rheumazentrum, Rheinland-Pfalz AG
- Simssee Klinik GmbH
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