Partizipative Entscheidungsfindung
Partizipative Entscheidungsfindung als Teil der Patientenorientierung bedeutet, dass Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten auf der Basis geteilter Informationen gemeinsam über notwendige Therapien und das weitere Vorgehen entscheiden.
Für die beteiligten Behandler (und ebenso für die Betroffenen) ist dies oft ungewohnt; sie haben diese Art der Kommunikation nicht erlernt. Im Rahmen des Förderschwerpunkts werden deshalb entsprechende Fortbildungsangebote entwickelt und erprobt.
Dabei soll nicht nur die Beteiligung der Patientinnen und Patienten an den Entscheidungen verbessert werden, sondern auch die Einbeziehung aller Mitglieder des Behandlungsteams. Zum anderen können Hausärzte und -ärztinnen lernen, mit älteren chronisch kranken Menschen gemeinsam Gesundheits- und Behandlungsprioritäten zu setzen und so eine nachhaltige Behandlungsplanung sichern.
Untersucht wird auch, welche Erwartungen Betroffene an die Kommunikation mit den Behandlern haben: Sehen diese Wünsche bei Männern anders aus als bei Frauen? Unterscheiden sie sich je nach Alter der Betroffenen?
Lässt sich über partizipative Entscheidungsfindung auch die Versorgungsqualität verbessern? Diese Frage stellt beispielsweise ein Projekt, indem es untersucht, ob Menschen mit besonders hohem Schlaganfallrisikobesser motiviert und in die Lage versetzt werden können, die notwendigen Präventionsmaßnahmen (z. B. eine langfristige Medikation) durchzuhalten, wenn sie umfassend informiert und an der Therapieentscheidung verantwortlich beteiligt sind.
