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Abschlussbericht

 

Kontaktdaten

 Dr. jur. Sonja Rothärmel
Universität Augsburg
Institut für Bio- Gesundheits- und Medizinrecht
Universitätsstrasse 2, 86135 Augsburg
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Verbundprojekt RESPEKT - Respekt für vorausverfügte Entscheidungen und Präferenzen für den Fall von Krankheit und Tod. Kontrollierte Interventionsstudie zur prozess- und systemorientierten Implementierung von Patienten-Vorausverfügungen in Altenheimen und den relevanten Versorgungsstrukturen einer Modellregion

Projektleitung

 

Kooperationen

 

Hintergrund
Mit dem am 1. September 2009 in Kraft getretenen „Patientenverfügungs-Gesetz“ hat der Gesetzgeber die Verbindlichkeit von Patientenverfügungen bestätigt. Internationale Erfahrungen zeigen jedoch, dass die gesetzliche Verankerung von Patientenverfügungen allein eine wirksame Wahrung der Selbstbestimmung am Lebensende nicht gewährleistet.

Diese Situation lässt sich grundlegend verbessern, wenn man die Patientenverfügung als (nur) ein Element in einem umfassenderen kommunikativen Prozess der gesundheitlichen Vorsorgeplanung (Advance Care Planning, ACP) versteht. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt RESPEKT versucht, ein solches System der gesundheitlichen Vorsorgeplanung für die Senioreneinrichtungen einer Modellregion und vernetzte Versorgungsstrukturen zu entwickeln und wissenschaftlich zu evaluieren.

 

Implementierung von beizeiten begleiten® in einer Modellregion
Mit der neu entwickelten Intervention beizeiten begleiten® werden in Adaptation des ACP-Programms Respecting Choices® (LaCrosse, USA) auf deutsche Verhältnisse die in den Senioreneinrichtungen einer Modellregion lebenden Menschen (und / oder ihre Vertreter) dabei unterstützt, künftige kritische Entscheidungssituationen zu reflektieren und ihren Willen hinsichtlich künftiger Behandlungen zu bilden und zu artikulieren.

Im Rahmen des Projekts qualifizierte Angestellte der Einrichtungen begleiten die Bewohner und ggf. deren Angehörige gemeinsam mit den ebenfalls fortgebildeten Hausärzten bei der Entwicklung ihrer persönlichen Vorsorgeplanung. Integraler Bestandteil der Patienten-verfügungen sind separate Hausärztliche Anordnungen für den Notfall (HAnNo), die etwaige Einschränkungen lebensverlängernder Behandlungsmaßnahmen für den Fall einer akuten medizinischen Krise präzise und knapp dokumentieren.

Gleichzeitig bewirkt eine multifacettierte Intervention in der Modellregion, dass diese handlungsrelevanten Patientenverfügungen einschließlich der Anordnungen für den Notfall gese-hen und respektiert werden. Hierbei werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Altenheime, des Rettungsdienstes und des zuständigen Krankenhauses über das System der Vorsorgeplanung informiert und auf die Umsetzung der vorausverfügten Behandlungswünsche vorbereitet.

 

Wissenschaftliche Evaluierung der systemischen Intervention
Im Rahmen einer kontrollierten interregionalen Studie wird untersucht, ob die Rate aussa-gekräftiger und valider Vorausverfügungen in der Interventionsregion (mit 4 Altenheimen) gegenüber zwei Kontrollregionen (mit insgesamt 10 Altenheimen) ansteigt und ob sich klinische Effekte gemäß dem Willen der Betroffenen darstellen lassen.

Bei positiver Validation eignet sich das Programm zur Anwendung in der Breite und kann dazu beitragen, dass nach der gesetzlichen Verankerung der Patientenverfügung in Deutschland gerade in Institutionen lebende Senioren regelhaft darin unterstützt werden, dieses komplexe Instrument möglichst aufgeklärt und verantwortungsbewusst zu nutzen.

Das Projekt wurde bis 30.11.11 verlängert, u.a. um eine Follow-up-Erhebung zu ermöglichen. Erste Ergebnisse der statistischen Analyse werden im Mai erwartet. In einer Tagung der Ärztekammer Nordrhein am 21.06.2011 von 10 bis 17 Uhr werden Projektergebnisse und Möglichkeiten einer nachhaltigen regionalen Implementierung von beizeiten begleiten vor einer Fachöffentlichkeit zur Diskussion gestellt werden. Vorgestellt wird das Projekt auch auf der anschließenden International Advance Care Planning Conference in London (22.-24.06.11).

 

Unterstützende Institutionen
Bundesärztekammer
LÄK-Nordrhein
Der Landkreis der Interventionsregion




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