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Korrespondenz

Prof. Dr. Klaus Pfeifer

Institut für Sportwissenschaft und Sport, FAU

Erlangen-Nürnberg

Gebbertstraße 123b

91058 Erlangen

T. 09131-8528106

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Verhaltensbezogene Bewegungstherapie zur Optimierung der verhaltensmedizinisch-orthopädischen Rehabilitation bei chronischem Rückenschmerz

Hintergrund. Verhaltensmedizinisch-orthopädische Rehabilitation (VMO) ist in der Behandlung chronischer Rückenschmerzen kurzfristig wirksam. Ein zentraler Behandlungsbaustein sind bewegungstherapeutische Interventionen zur Verbesserung der körperlichen Fitness. Entwicklungspotential besteht bei bewegungstherapeutischen Interventionen in einer zielgerichteten Integration von verhaltensbezogenen Aspekten wie die Vermittlung von Selbstmanagementkompetenzen im Umgang mit Rückenschmerz und von Strategien zum Aufbau einer langfristigen Bindung an körperliche Aktivität. Eine differenzierte Aufarbeitung der Wirkmechanismen bewegungstherapeutischer Interventionen steht im Hinblick auf eine erfolgreiche und nachhaltige VMO noch aus. 

 

Studiendesign. Multizentrische, prospektive, kontrollierte und randomisierte Längsschnittstudie mit vier Messzeitpunkten (Rehabeginn, -ende, 6-Monats- und 12-Monats-Katamnese). 

 

Zielsetzung. Im Projekt erfolgen a) die multizentrische Implementierung einer standardisierten verhaltensbezogenen Bewegungstherapie in eine bestehende VMO für Menschen mit chronischen Rückenschmerzen und b) die Evaluation spezifischer Effekte der optimierten Bewegungstherapie in der VMO im Vergleich zum üblichen Vorgehen in der VMO.

 

Setting. Zwei stationäre Rehabilitationseinrichtungen mit einem verhaltensmedizinisch-orthopädischen Behandlungskonzept zur Therapie chronischer Rückenschmerzen.

 

Zielgruppe. 214 Rehabilitanden mit chronischen unspezifischen Rückenschmerzen bei Hauptdiagnosen M54.4 – M54.9; M51.2 – M51.9; M53.8 - M53.9 nach ICD-10.  

 

Zielparameter. Primäres Zielkriterium ist die subjektive Funktionsbeeinträchtigung ein Jahr nach der Rehabilitation. Sekundäre Zielgrößen sind schmerzbezogene Kognitionen, Schmerzbewältigung, Rückenschmerz, körperliche Aktivität sowie subjektive Gesundheit/Lebensqualität. 

 

Methodische Vorgehensweise. Die Vorbereitungsphase (drei Monate, Phase I, Meilenstein 1) beinhaltet die Organisation der Programmimplementierung, die Entwicklung der Intensivschulung für die Bewegungstherapeuten, methodische Vorbereitungen sowie die Anpassung von Strukturen und Prozessen zur Rekrutierung und Randomisierung der Probanden. In der anschließenden Implementierungsphase wird die verhaltensbezogene Bewegungstherapie eingeführt und erprobt. Zur Qualitätssicherung wird der Implementierungsprozess unter Verwendung qualitativer und quantitativer Verfahren prozessbegleitend evaluiert (vier Monate, Phase II, Meilenstein 2). Im Anschluss erfolgt in der Interventionsphase die randomisierte Zuweisung der Rehabilitanden zu a) der üblichen VMO als Kontrollbedingung (KG) und b) der VMO mit einer optimierten verhaltensbezogenen Bewegungstherapie als Interventionsbedingung (IG). Die in diesem Zeitraum in den Kliniken behandelten und teilnahmebereiten Probanden werden zu Beginn und am Ende der Rehabilitation befragt (zwölf Monate, Phase III, Meilenstein 3). Um die mittel- und langfristigen Wirkungen der in Kontroll- und Interventionsgruppe durchgeführten Interventionen zu erfassen, erfolgt in der Follow-Up Phase die Erhebung der 6- und 12-Monats-Katamnese. Abschließend werden die Daten analysiert und ausgewertet (17 Monate, Phase IV, Meilenstein 4 und 5). 

 

Ergebnisverwertung. Forschungsergebnisse werden in nationalen und internationalen Publikationen verbreitet. Das Konzept mit entsprechenden Medien und Materialien für Therapeuten und Rehabilitanden kann zur Verbesserung der stationären Versorgung bei chronischen Rückenschmerzen in der Routineversorgung eingesetzt werden. Die entwickelten Manuale/ Handbücher und Medien können als Grundlage für weitere Therapeutenschulungen verwendet sowie die Inhalte des evaluierten Konzepts in Ausbildungscurricula überführt werden.

 

Kooperierende Kliniken:

Paracelsus an der Gande, Bad Gandersheim (CA Dr. med. D. Herbold)

Klinik Weser, Bad Pyrmont (CA Dr. med. M. Holme)




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