Bedarfsgerechte Patienteninformation für Rehabilitandinnen und Rehabilitanden auf der Basis subjektiver Konzepte
Mit „Standardinformationen“ über Krankheit und Behandlung sind Patienten häufig unzufrieden. Ziel des Projekts war es daher, eine theoriebasierte Intervention zu entwickeln und zu evaluieren, mittels derer Informationen auf die individuellen Bedarfe der Patienten zugeschnitten werden, indem sie gezielt an die patientenseitigen Vorstellungen und Überzeugungen hinsichtlich Krankheit und Behandlung anknüpfen. Mittelfristig sollte durch eine bessere Passung zwischen den vermittelten Informationen und dem subjektiven patientenseitigen Informationsbedarf ein besseres Rehabilitationsergebnis erzielt werden. Die Überprüfung dieser Fragestellung an insgesamt N=414 Rehabilitanden zeigte, dass die Intervention in der Diagnosegruppe Chronischer Rückenschmerz insbesondere im Hinblick auf sog. „proximale“, d.h. der Intervention nahe Ergebnisgrößen effektiv ist. So erlebten die Patienten im Rehabilitationsverlauf einen deutlicheren Zuwachs an persönlicher Kontrollierbarkeit der Rückenschmerzen. Darüber hinaus bewerteten sie die Informationen, die während der Rehabilitation zur Krankheit und zur Rehabilitation vermittelt wurden, in einem deutlich größeren Ausmaß als ihren Bedürfnissen entsprechend. In der Diagnosegruppe Depressive Störungen ließ sich die Effektivität der Intervention kaum belastbar nachweisen. Hypothesenkonform sind lediglich die Ergebnisse, dass die Informationen, die während der Rehabilitation zur Medikation vermittelt wurden, in der Interventionsgruppe in einem größeren Ausmaß den patientenseitigen Bedürfnissen entsprochen haben und dass die Patienten der Interventionsgruppe subjektiv in stärkerem Ausmaß aktives Informationsverhalten zeigten. Behandlerseitig traf die Intervention auf Akzeptanz. Künftige Fragestellungen beziehen sich darauf, wie der Effekt der Intervention insbesondere durch theoriekonforme Weiterentwicklungen gesteigert werden kann, so dass er sich mittelfristig auch in sog. distalen, d.h. der Intervention ferneren Ergebnisgrößen abzeichnet.
Folgende Veröffentlichungen zum Projekt liegen vor:
- Glattacker M, Heyduck K, Meffert C (2009). Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung des subjektiven Behandlungskonzepts von Rehabilitanden. Die Rehabilitation, 48, 345-353.
- Glattacker M, Heyduck K, Meffert C (2010). Entwicklung, Implementierung und Umsetzung einer Intervention zur bedarfsgerechten Patienteninformation für Rehabilitandinnen und Rehabilitanden. Rehabilitation, 49, 292-300.
- Glattacker M, Heyduck K, Meffert C (2012). Illness beliefs, treatment beliefs and information needs as starting points for patient information - evaluation of an intervention for patients with chronic back pain. Patient Education and Counseling, 86, 378-389.
- Glattacker M, Heyduck K, Meffert C (in press). Illness beliefs and treatment beliefs as predictors of short and middle term outcome in depression. Journal of Health Psychology
- Heyduck K, Glattacker M, Meffert C (2011). Rehabilitation aus Patientensicht – Eine qualitative Analyse der subjektiven Behandlungskonzepte von Patienten in der stationären orthopädischen und psychosomatischen Rehabilitation. Rehabilitation, 50, 232-243.
Bei folgenden Kongressen wurden Projektergebnisse berichtet:
- Glattacker M, Heyduck K, Meffert C: Entwicklung und psychometrische Prüfung eines Fragebogens zur patientenseitigen Erfassung rehabilitativer Behandlungskonzepte DRV-Schriften, 2009; 83: 114-116 (18. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium, vom 10.03.2009 in Münster, Deutsche Rentenversicherung Bund), Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg)
- Glattacker M, Heyduck, K, Meffert C: Wie bewerten Rehabilitandinnen und Rehabilitanden mit chronischen Rückenschmerzen und depressiven Störungen ihre Informationen zu Krankheit und Rehabilitation? Zeitschrift für Allgemeinmedizin, 2009: 83-84 (8. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung Heidelberg)
- Glattacker M, Heyduck K, Meffert C: Die krankheits- und behandlungsbezogene Informationsbewertung als Grundlage für eine bedarfsgerechte Patienteninformation DRV-Schriften, 2010; 88: 224-226 (19. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium, vom 08.03.2010 in Leipzig, Deutsche Rentenversicherung Bund), Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg)
- Glattacker M, Heyduck K, Meffert C: Subjektive Krankheits- und Behandlungskonzepte: Anknüpfungspunkte für eine patientenorientierte Behandlung von RehabilitandInnen mit depressiven Störungen? Monitor Versorgungsforschung, Sonderausgabe – Hauptprogramm /Abstractband, 2010; 121 (9. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung/2.10.2010 in Bonn), DNVF (Hrsg)
- Glattacker M, Heyduck K, Meffert C: Führt eine an subjektiven Erklärungsmodellen anknüpfende Patienteninformation zu einer verbesserten patientenseitigen Informationsbewertung? Effektivität einer Intervention zur bedarfsgerechten Patienteninformation DRV-Schriften, 2011; 93: 145-146 (20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium/ 14.-16.3.2011 in Bochum/DRV Bund und DRV Knappschaft-Bahn-See), Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg)
- Heyduck K, Glattacker M, Meffert C: Rehabilitation aus Patientensicht - Eine qualitative Analyse der subjektiven Behandlungskonzepte von Patienten in der stationären Rehabilitation DRV-Schriften, 2009; 83: 262-264 (18. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium, vom 10.03.2009 in Münster, Deutsche Rentenversicherung Bund), Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg)
- Heyduck K, Glattacker M, Meffert C: Entwicklung einer Intervention zur bedarfsgerechten Patienteninformation für Rehabilitandinnen und Rehabilitanden auf der Basis subjektiver Konzepte DRV-Schriften, 2010; 88: 226-228 (19. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium, vom 08.03.2010 in Leipzig, Deutsche Rentenversicherung Bund), Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg)
- Heyduck K, Glattacker M, Meffert C: Rehabilitationsbezogene Behandlungskonzepte von Patienten mit chronischem Rückenschmerz und Depression Monitor Versorgungsforschung, 2010: 44 (9. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung/Bonn/DNVF 30.09.2010)
- Heyduck K, Glattacker M, Meffert C: Charakteristika der Ausprägung subjektiver Krankheits- und Behandlungsrepräsentationen bei Patienten mit depressiver Störung in Abhängigkeit von verschiedenen soziodemographischen Variablen. DRV-Schriften, 2011; 93: 277-279 (20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium/ 14.-16.3.2011 in Bochum/DRV Bund und DRV Knappschaft-Bahn-See), Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg)
Kooperationskliniken
- Fachklinikum Sachsenhof, Bad Elster
- Rehabilitationsklinik Moorbad Bad Doberan, Bad Doberan
- AOK Klinik Schlossberg, Bad Liebenzell
- Sankt-Rochus-Kliniken, Bad Schönborn
- Schön Klinik Harthausen, Bad Aibling
- Rehabilitationsklinik Frankenhausen DRV-Bund - Psychosomatik, Bad Frankenhausen
- Rehabilitationsklinik "Garder See", Lohmen
- Brunnen-Klinik, Horn-Bad Meinberg
- Klinik am Homberg, Bad Wildungen
- De Ignis Fachklinik GmbH, Egenhausen
- Celenus Klinik Schömberg, Schömberg
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