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Kontakt

Prof. Dr. Dr. Heiner Raspe

Universität zu Lübeck

Institut für Sozialmedizin

Ratzeburger Allee 160, Haus 50

23538 Lübeck

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Chronisch entzündliche Darmerkrankungen – mehr als eine Entzündung des Darmes: Somatische und psychosoziale Problemfelder und ihre Versorgung im Fokus von Patienten-Informationen (PROCED)

Projektleitung:
Prof. Dr. Dr. Heiner Raspe, Dr. Angelika Hüppe
Seniorprofessur für Bevölkerungsmedizin, Universität zu Lübeck

 

Laufzeit des Vorhabens: 
01.03.2011 bis 31.12.2013

 

Hintergrund:
Zu den Kriterien einer guten Versorgung von Patienten und Patientinnen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) gehört auch die umfassende Wahrnehmung der sie aktuell betreffenden körperlichen, seelischen und sozialen Probleme. 2009 veröffentlichte, evidenzbasierte und konsentierte CED-Versorgungspfade empfehlen dazu ein systematisches Assessment dieser Probleme und ordnen sie bestimmten Leistungen, Programmen oder Berufsgruppen im Rahmen einer multidisziplinären und wohnortnahen Versorgung zu. Dabei sollen die Betroffenen stärker als bisher zur Mitwirkung an der Planung und Organisation ihrer eigenen Versorgung beteiligt und zu einer gemeinsamen Entscheidungsfindung mit den Behandlern angeregt werden.

 

Methodik: 
Mit Hilfe einer deutschlandweiten randomisierten, kontrollierten Interventionsstudie im Parallelgruppendesign soll konfirmatorisch geprüft werden, ob eine Verbesserung der Versorgungslage von Patientinnen und Patienten mit Morbus Crohn bzw. Colitis ulcerosa durch die Zurverfügungstellung individualisierter Versorgungsempfehlungen realisiert werden kann. Im März 2011 wurden dafür Versicherte mit Verdacht auf Morbus Crohn und Colitis ulcerosa in der Versichertendatenbank der Techniker Krankenkasse rückwirkend für einen Zeitraum von zwei Jahren (2009/2010) mit mind. einer Arbeitsunfähigkeitsdiagnose und/oder mind. einer Krankenhausdiagnose (ICD-10 K50 und K51) identifiziert. Eine Zufallsstichprobe dieser TK-Versicherten erhielt im Mai 2011 einen Studienaufruf mit ersten Informationen zum Studieninhalt, Studienziel und Ein-/Ausschlusskriterien. Bei Interesse wurden weitere Studienunterlagen zugeschickt. TK-Versicherte, die ihre Teilnahmebereitschaft erklärten, erhielten den Screening-Fragebogen, der 22 somatische und psychosoziale Problemfelder abfragt und patientenorientierte Outcomes erfasst (primäre Zielgrößen: gesundheitsbezogene Lebensqualität; Einschränkung der Teilhabe). Anschließend erfolgte eine Randomisierung auf IG und KG. Die Mitglieder der IG erhielten eine schriftliche Rückmeldung über ihr persönliches Problemprofil zusammen mit adäquaten Versorgungsempfehlungen entsprechend der o.g. Versorgungspfade. Sie wurden angeregt, im Gespräch mit ihrem behandelnden Arzt oder ihrer Ärztin Ergebnisse und Empfehlungen zu besprechen. Die Teilnehmer der KG wurden über das Ergebnis der Randomisierung informiert. Im August 2012 (12-monatiger Interventionszeitraum) wird an alle teilnehmenden Versicherten ein zweiter Fragebogen versandt, um die Entwicklung in den primärenOutcomes und Veränderungen der Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen zu erfassen. Parallel werden die Leistungsdaten der Krankenkasse erfasst. Nach den letzten Katamnesebefragungen wird ein auswertbarer Gesamtdatensatz für beide Erhebungszeitpunkte erstellt und analysiert.

 

Aktueller Stand:
Die Rekrutierung der Studienteilnehmen wurde erfolgreich abgeschlossen: Der Suchlauf in der TK-Datenbank identifizierte insgesamt 5.075 Versicherte mit Verdacht auf Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. 2.500 der identifizierten Versicherten bekamen anschließend einen Studienaufruf zugeschickt. 790 äußerten ihr Interesse und erhielten die Studienunterlagen (Fragebogen, Projektbeschreibung, Einwilligungserklärung). 545 schickten den Fragebogen zur Auswertung zurück (Rücklaufquote 69%). Nach Kontrolle aller Ein- und Ausschlusskriterien wurden 514 TK-Versicherte (davon ♂ 232, ♀ 282) in die Studie eingeschlossen und auf IG und KG randomisiert. 258 Versicherte wurden der IG und 256 Versicherte der KG zugewiesen. Das Rekrutierungsziel, mehr als 180 Studienteilnehmer in die Interventions- sowie Kontrollgruppe einzuschließen, wurde erreicht. Weitere Ergebnisse werden im Poster präsentiert. Aktuell wird eine internetbasierte Darbietung des Assessment-Fragebogens mit automatisierter Auswertung erstellt.




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